Ichialgien werden häufig durch einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule verursacht und führen zu starken Schmerzen und längerer Behinderung der Beine. Obwohl die Akupunktur bei Patienten mit chronischem Ischialgie weit verbreitet ist, gibt es nur wenige Belege für ihre Wirksamkeit. Deshalb untersuchten die Forschenden jetzt die Wirksamkeit und Sicherheit von Akupunktur im Vergleich zu Scheinakupunktur (oberflächliches Setzen von Nadeln an Nichtakupunkturpunkten) bei diesen Patienten.
Es handelte sich um eine multizentrische, zweiarmige, randomisierte, verblindete klinische Studie, die in sechs Krankenhäusern in China an 216 Patient*innen (mittleres Alter 51,3 Jahre; 147 Frauen [68,1 %] und 69 Männer [31,9 %]) mit chronischen Ischiasbeschwerden aufgrund eines Bandscheibenvorfalls durchgeführt wurde. Die Teilnehmer*innen wurden randomisiert aufgeteilt in zwei Gruppen. Ein Gruppe erhielt 10 Akupunktursitzungen (n = 110), die zweite 10 Scheinakupunkturbehandlungen (n = 110) über 4 Wochen lang.
Am Ende der Interventionszeit hatten sich die Schmerzen in der Akupunkturgruppe im Mittel deutlich stärker reduziert als in der Gruppe, die nur eine Scheinbehandlung erhielt (-30,9 mm vs. -14,9 mm auf der 100-mm-VAS-Schmerzskala). Auch die Funktion der Beine hatte sich unter Akupunktur im Vergleich signifikant verbessert. Diese Differenz zwischen den beiden Studiengruppen konnte schon ab der zweiten Woche nach Interventionsbeginn beobachtet werden, und sie dauerte auch bei einem Follow-up in der 52. Woche nach Studienbeginn noch an. Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf.
Die Studienautor*innen folgern daraus, dass bei Patient*innen mit Ichialgie nach Bandscheibenvorfall die Akupunktur als mögliche Behandlungsoption in Betracht gezogen werden kann.
Originalpublikation
Tu J, Shi G, Yan S, et al. Acupuncture vs Sham Acupuncture for Chronic Sciatica From Herniated Disk: A Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2024; 184(12): 1417–1424. doi:10.1001/jamainternmed.2024.5463
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