Balneotherapie bei chronischer Veneninsuffizienz

30.09.2024 - Eine aktuelle Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Balneotherapie bei chronischer Veneninsuffizienz. Das Ergebnis: Im Vergleich zu keiner Behandlung führt die Balneotherapie bei Menschen mit chronischer Venenschwäche zu einer leichten Verbesserung des Schweregrads der Erkrankung und kann Schmerzen und Hautveränderungen lindern.

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Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten oder Therapien für chronische Venenschwäche wie Kompressionsstrümpfe, Physiotherapie, Medikamente und operative Eingriffe. Auch die Balneotherapie ist eine Behandlungsoption für Menschen mit chronischer Venenschwäche. Sie besteht beispielsweise aus dem Eintauchen in Thermal‐ oder Mineralwasser oder mineralhaltigen Schlamm. Ein Cochrane-Team wollte herausfinden, ob die Balneotherapie bei Menschen mit chronischer Venenschwäche vorteilhafter ist als die Standardbehandlung oder andere Behandlungen.

Bei der Analyse handelte es sich um eine Aktualisierung eines früheren Cochrane Reviews zum Thema und es wurden Studien bis einschließlich Juni 2022 berücksichtigt.

Die Studienautoren identifizierten neun randomisierte kontrollierte Studien. In sieben Studien wurde die Balneotherapie mit keiner Behandlung verglichen, in einer Studie mit der Gabe von Melilotus officinalis (Steinklee) und in einer weiteren Studie wurde die Balneotherapie mit nicht‐wasserbasierten Übungen verglichen. In den Studien wurden verschiedene Arten der Balneotherapie untersucht und auch die Anwendungsdauer variierte in den Studien (zwei bis drei Wochen). Obwohl die Übungen und Therapien der Balneotherapie nicht standardisiert waren, wurden in allen Studien ähnliche therapeutische Methoden angewandt.

Die Ergebnisse

Die Balneotherapie verbesserte im Vergleich zu keiner Behandlung den Schweregrad der Erkrankung geringfügig und kann möglicherweise Schmerzen und Hautveränderungen verbessern. Die Belege dafür, dass Balneotherapie möglicherweise auch die Lebensqualität bei Menschen mit chronischer Veneninsuffizienz verbessern kann, waren sehr schwach und unsicher. Es gab keine signifikanten Hinweise auf Unterschiede der Behandlungsoptionen in Hinblick auf unerwünschte Wirkungen, Ödeme und Beingeschwüre. In keiner Studie wurde über schwerwiegende schädliche Auswirkungen berichtet.

Allerdings betonen die Studienautoren, dass die Wirksamkeit und die Sicherheit nicht eindeutig belegt werden konnten, weil ein hohes Risikos der Verzerrung in den meisten Studien bestand und außerdem keine angemessenen statistischen Analysen vorgenommen worden waren.

Die Cochrane-Analyse finden Sie hier.