Gerade vor dem Hintergrund des jüngsten Grünen-Beschlusses, sich für eine Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog der GKV einzusetzen, war es dem BDH-Team ein wichtiges Anliegen, persönlich nach Berlin zu reisen und klar Position zu beziehen.
Die Veranstaltung „Wie versorgen wir morgen? – Die grüne Gesundheitsberufekonferenz“ brachte Vertreter*innen zahlreicher Gesundheitsberufe zusammen – darunter Pflege, Physiotherapie, gesetzliche Krankenkassen, Hochschulen und Kliniken. Von vier Grünen-Abgeordneten wurden die BDH-Vertreter ausdrücklich willkommen geheißen („Schön und wichtig, dass Sie da sind!“), zugleich gab es von anderen auch spürbare Ablehnung. Das zeichnet wohl ein realistisches Bild der Stellung von Homöopathie und Heilpraktikerberuf in der Debatte der Grünen.
Die Konferenz war weit über den politischen Austausch hinaus außerordentlich informativ. Besonders spannend waren die Einschätzungen von Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main und langjähriger Vorsitzender des Sachverständigenrats Gesundheit & Pflege (‘Gesundheitsweise’) zu den Entwicklungen der Gesundheitsversorgung im Jahr 2040 und darüber hinaus. Nicht weniger anregend warene Betiräge zum Thema “Gesundheitsberufe im Zeitalter von KI und Daten” – unter anderem mit Prof. Alexander Meyer, Deutsches Herzzentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin.
Ein zentrales Zukunftsthema war die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Versorgung: Wie sie Abläufe verändern, Berufe entlasten und Versorgungsstrukturen neu ordnen kann. In diesem Themenbereich gab es auch Aspekte, die ausdrücklich auch für Heilpraktiker*innen relevant werden könnten und die wir für Sie weiter verfolgen und prüfen werden.
In Diskussionsforen wurde deutlich, dass viele Gesundheitsberufe – insbesondere Pflege und Physiotherapie – seit Jahren immer wieder ähnliche strukturelle Diskussionen führen und einen grundlegenden Wandel fordern. Wiederkehrende Leitbegriffe der Konferenz waren: Augenhöhe statt Hierarchie, stärkere Patientenorientierung sowie interdisziplinäres und interprofessionelles Arbeiten.
Der BDH wird viele dieser Impulse aufgreifen und den Dialog – keineswegs nur mit Vertretungen der Grünen, sondern auch mit CDU/CSU-Fraktion und SPD – konstruktiv und selbstbewusst – weiterführen.
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