Krimis gibt es wie Sand am Meer. Homöopathische Fachliteratur oder Bücher über Homöopathie stehen auch reichlich zur Verfügung. An Lektüre zur Pflanzenheilkunde herrscht ebenfalls kein Mangel. Aber eine Kombination aus diesen drei Bereichen ist sehr selten und das hat mich gereizt, dieses Buch zu lesen. Nach ein paar sehr vergnüglichen Lesestunden war meine Neugier gestillt, die Erwartung erfüllt und ich bin wieder gesund und munter aus meinem Lesesessel aufgestanden.
Anders erging es den fünf Freundinnen, die an einem Spätsommertag ein wenig müde und erschöpft von der gemeinsamen Wanderung auf der Bielefelder Sparrenburg ankommen sind. Kaffee, Kuchen, Lillet und noch eine Besichtigung der Burg sollten die gemeinsame Zeit entspannt und fröhlich ausklingen lassen. Doch plötzlich ist eine der Frauen verschwunden und wird tot zu Füßen der alten Sehenswürdigkeit entdeckt. Die beiden Ermittler Hilde von Lingen und Manuel Hannemann, namentliche Ähnlichkeiten mit bekannten Persönlichkeiten sind nicht zufällig sondern beabsichtigt, begeben sich auf die Spurensuche um den Fall zu lösen.
Als gut ausgebildete Homöopathin mit langer Praxiserfahrung kennt Andrea Boge die im Buch vorgestellten Arzneimittel genau. Wanderfreudig wie sie ebenfalls ist, hat sie natürlich den Hermannsweg und die Örtlichkeiten, über die sie schreibt, erkundet. Das macht einen besonderen Reiz der Lektüre aus. Ganz locker und doch sehr genau nach der Materia medica hat die Autorin die Protagonistinnen als homöopathische Persönlichkeiten geschildert. Für uns Leser sind diese kursiv gedruckt, nach jeder Vernehmung wird das Portrait aufgelöst und erklärt. Kommissar Hannemann analysiert in diesem Debütkrimi durch eine homöopathische Persönlichkeitsanalyse die Motive und Empfindungen der Verdächtigen und am Ende haben vier wunderbare Arzneipersönlichkeiten als mögliche Täter ein Motiv. Seine Kollegin, Hilde von Lingen, kennt sich gut mit verschiedenen Heilpflanzen und Kräutern aus. Ihr Wissen nach Hildegard von Bingen ergänzt die gemeinsamen Ermittlungen um diesen Mordfall.
Sehr geschickt und spannend geschrieben lösen Hannemann und von Lingen schließlich den Fall. Für mich ein schlüssiger und sehr gut gelungener Schluss.
Fazit
Wer Interesse an einer ganz anderen Art von Vorstellungen homöopathischer Arzneimittelbilder hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Die Mittel bekommen ein Gesicht, eine Gestalt und werden so zu einer Persönlichkeit die sich einprägt. Eine Leseempfehlung für die beginnende Wanderzeit, Krimifans und alle, die sich für die Homöopathie interessieren.
Bibliografie
Andrea Boge: Tödlicher Hermannsweg. Teutoburger-Wald-Krimi mit homöopathischen Rätseln und Einblicken in die Pflanzenheilkunde.
Gütersloh: Verlag M. Borner; 2025, ISBN 978-3982655727, 266 Seiten, 15,00 Euro
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