Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) zu Gast in Heilpraktikerpraxis einer BDH-Kollegin

11.11.2025 - Aktuell sorgen Vorstöße einzelner grüner Parteimitglieder gegen die Homöopathie für Unruhe in der Heilpraktikerschaft. Doch es gibt auch andere Stimmen: Viele Parteimitglieder und - auch sehr prominente – Politikerinnen und Politiker von Bündnis 90/Die Grünen „sind uns grün“ und setzen auf Dialog statt Pauschalurteil. Eine Spitzenpolitikerin besuchte die Praxis einer Kollegin.

Von links nach rechts: Elvira Bierbach, Britta Haßelmann. Foto: © Karin Eggert

Am 30. Oktober 2025 besuchte die Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Britta Haßelmann, die Heilpraktikerpraxis unserer BDH-Kollegin Sabine Hoffmann in der Bielefelder Innenstadt. Ebenfalls eingeladen war Elvira Bierbach, berufspolitische Referentin und Beirätin des BDH sowie Sprecherin der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände und Fachgesellschaften.

Sabine Hoffmann ist vielen Leserinnen und Lesern der Deutschen Heilpraktiker Zeitschrift bekannt durch lebendige Essays über ihren Praxisalltag. Sie führte die Abgeordnete zunächst durch ihre hellen, großzügigen und bestens ausgestatteten Räumlichkeiten. Dabei stellte sie die in ihrer Praxis angewandten Verfahren vor – von der Darmsanierung und mikrobiologischen Therapie über Phytotherapie, Colon-Hydro-Therapie, Entgiftungs- und Ausleitungsverfahren bis hin zu Hormondiagnostik, Ernährungstherapie, Infusionen und Ohrakupunktur.

Im Anschluss sprach Elvira Bierbach mit Frau Haßelmann über aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen und die Rolle der Heilpraktikerschaft als wertvolle Ressource im Gesundheitswesen. „Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Besonders in ländlichen Regionen und für Menschen mit chronischen oder komplexen Beschwerden bieten wir längst das, was die Politik nun ständig fordert: niedrigschwellige, erreichbare und individuelle Betreuung. Prävention und „Mind-Body-Medicine – das ist doch unsere DNA! Wir wirken oft dort, wo ärztliche Versorgung an Kapazitätsgrenzen stößt oder lange Wartezeiten bestehen.“

Die Politikerin zeigte sich offen, interessiert und voller Wertschätzung für die Arbeit der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker – und stellte zahlreiche Fragen.
„Die Heilpraktikerschaft steht für eine Medizin, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt – nicht nur seine Diagnose.“ so Bierbach. „Viele Patientinnen und Patienten wollen Behandlungen durch uns, sie wollen ergänzende Therapien: naturheilkundlich, erfahrungsbasiert, regulativ. Wir bieten diese Wahlmöglichkeit. Die Entscheidung, welche Form der Therapie sinnvoll ist, treffen mündige Bürgerinnen und Bürger – gestützt durch Beratung, nicht bevormundet durch Politik.“

Frau Haßelmann betonte, sie sehe im Heilpraktikerberuf eine wichtige, bislang zu wenig genutzte Ressource im Gesundheitswesen. Sie ermutigte dazu, sich weiterhin mit Vorschlägen und Positionen in die politische Diskussion einzubringen. Differenzierte Betrachtungen, so ihr Tenor, seien wichtiger als pauschale Urteile – gerade in gesundheitspolitischen Debatten.

Viele Mitglieder und auch ranghohe Politikerinnen und Politiker der Partei unterstützen den Heilpraktikerberuf ausdrücklich und erkennen seine Relevanz in der Integrativen Versorgung an. Die anhaltenden Angriffe auf die Homöopathie durch eine organisierte Gruppe grüner Parteimitglieder spiegelten hiernach nicht die Haltung der gesamten Fraktion wider.

Dieses Treffen zeigte erneut, wie wichtig der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgern ist. BDH-Präsident Christian Blumbach und Elvira Bierbach pflegen regelmäßig politische Kontakte, insbesondere auch in ihrer Funktion als Sprecherteam der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände und Fachgesellschaften. Ihr Anliegen ist, dass die vielfältigen Verbände der Heilpraktikerschaft mit einer gemeinsamen Stimme sprechen und Politik und Öffentlichkeit sachlich fundiert über den Heilpraktikerberuf informieren.

Herzlichen Dank an Sabine Hoffmann für diese schöne Initiative. Es werden weitere Gespräche mit Politikerinnen und Politikern anderer Parteien stattfinden. Natürlich hoffen wir, auch bei diesen Treffen auf offene Ohren zu stoßen und echtes Interesse an unserer Arbeit zu erleben. Wir stehen für eine differenzierte, sachliche Debatte und eine starke Stimme der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker in Berlin.

Christian Blumbach, BDH-Präsident