COVID-19: Vitamin-D-Spiegel während der Pandemie niedriger als üblich

27.10.2025 - Die COVID-19-Pandemie hatte Auswirkungen auf die Gesundheit weit über Infektionen hinaus. Ein Forschungsteam Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zeigt nun erstmals auf Bevölkerungsebene, dass auch die Vitamin-D-Spiegel während der Pandemie signifikant niedriger waren als zuvor, vor allem bei älteren Frauen und bei Stadtbewohnern.

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Vitamin D ist nicht nur entscheidend für die Knochengesundheit, sondern wirkt auch immunmodulatorisch. Ein Mangel kann das Risiko für Infektionen, Autoimmunerkrankungen und Knochenbrüche erhöhen.

Für ihre Studie analysierten die Forschenden anonymisierte Routinedaten von 292.187 Patient*innen aus ganz Bayern, sowohl aus dem ambulanten als auch aus dem stationären Bereich. Die Daten stammen aus Laborinformationssystemen als Teil einer datenschutzkonformen Forschungsplattform.

Signifikanter Rückgang der Vitamin-D-Werte während der Pandemie

Die Wissenschaftler*innen verglichen Laborwerte zwei Jahre vor der Pandemie (März 2018 bis Februar 2020) und zwei Jahre während der Pandemie (März 2020 bis Februar 2022). Ihre Ergebnisse zeigen, dass der mittlere Serumspiegel an 25-Hydroxyvitamin D in diesem Zeitraum von 26,7 µg/l auf 26,0 µg/l gesunken ist. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil aller Personen mit Vitamin-D-Mangel (unter 20 µg/l) von 31,2 auf 35,2 Prozent.

Diese Unterschiede waren statistisch hochsignifikant (p < 0,001) und blieben auch nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Jahreszeit bestehen.

Ältere Frauen, junge Erwachsene und Stadtbewohner besonders betroffen

Die Auswertung zeigte zudem deutliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen. Ältere Frauen über 60 Jahren waren besonders deutlich vom Rückgang der Vitamin-D-Spiegel während der Pandemie betroffen. Aber auch bei jüngeren Erwachsenen im Alter von 18 bis 39 Jahren zeigte sich eine starke Zunahme des Vitamin-D-Mangels – ihre Mangelrate stieg von 34,6 auf 37,8 Prozent. Hinzu kommt ein Stadt-Land-Gefälle: In urbanen Regionen waren Mangelraten durchweg höher als in ländlichen Gebieten.

Die Forschenden interpretieren ihre Daten auch vor dem Hintergrund geschlechtsspezifischer Verhaltensunterschiede. Frauen nehmen insgesamt häufiger Vitamin-D-Präparate ein als Männer, hatten aber zugleich stärkere Einbußen während der Pandemie. Dies könne, so die Forschenden, „ein Hinweis darauf sein, dass gesellschaftliche und psychologische Faktoren wie Mehrbelastung, Stress und eingeschränkter Zugang zu Vorsorgeangeboten bei Frauen eine Rolle gespielt haben.“

Originalpublikation

Skapetze L, Koller D, Zwergal A, Feuerriegel S, Rubinski A, Grill E. Monitoring changes in vitamin D levels during the COVID-19 pandemic with routinely-collected laboratory data. Nat Commun. 2025 Oct 2;16(1):8772. doi: 10.1038/s41467-025-64192-6

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München