Diabetes-Fachgesellschaften warnen vor dubiosen Online-Angeboten für Menschen mit Diabetes

29.09.2025 - Mikronadelpflaster, „natürliche GLP-1-Lösungen“ oder angeblich nichtinvasive Blutzuckermessgeräte: Immer häufiger stoßen Patient*innen mit Diabetes in sozialen Netzwerken auf Angebote für angebliche Wundermittel. Hinter diesen Produkten stecken oft Anbieter ohne Zulassung oder medizinischen Nachweis – und in vielen Fällen mit gefälschten Logos, ohne Rücksendeadresse oder rechtskonformes Impressum. Fachgesellschaften schlagen nun Alarm.

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So warenen zum Beispiel die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND) und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD)  gemeinsam vor diesen betrügerischen Angeboten.

Auf Facebook, Instagram und TikTok werden Patient*innen mit Diabetes immer häufiger mit Angeboten für angebliche Wundermittel und irreführenden Gesundheitsversprechen angesprochen – oft unter Missbrauch von Namen und Logos vertrauenswürdiger Organisationen. In jüngster Zeit wurden etwa Logos sowie Bilder oder vermeintliche Aussagen von bekannten Persönlichkeiten aus der Diabetologie verwendet, die unter anderem in der DDG oder im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) aktiv sind. In einigen Fällen erwecken Webseiten den Eindruck, von der DDG oder anderen offiziellen Institutionen betrieben zu werden – ein klarer Täuschungsversuch.

Die DDG geht gegen solche Fälschungen mit allen verfügbaren Mitteln vor: Anzeigen mit missbräuchlicher Verwendung des Logos oder falschen gesundheitsbezogenen Aussagen werden regelmäßig bei Meta (Facebook, Instagram) zur Löschung gemeldet. In vielen Fällen konnten auf diese Weise betrügerische Inhalte entfernt werden.

Besonders perfide: Viele Betroffene berichten, dass sie nach Bestellung der vermeintlichen Produkte entweder gar keine Lieferung oder aber minderwertige Geräte wie einfache Pulsoximeter ohne diabetologischen Nutzen erhalten haben. Die Anbieter agieren häufig anonym aus dem Ausland, ohne Impressum oder Rücksendeadresse. Eine Rückerstattung oder Reklamation sind in der Regel nicht möglich.

Verbände fordern Aufklärung und Schutz

„Wir erleben derzeit eine Welle von Fake-Angeboten, die auf die Verunsicherung chronisch kranker Menschen zielt – und das in einer Art und Weise, die hochgradig verantwortungslos ist“, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. „Die öffentliche Hand scheint dieser Entwicklung kaum etwas entgegenzusetzen. Deshalb braucht es umso mehr Aufklärung.“

Auch in den Praxen steigt der Beratungsbedarf. Patient*innen wenden sich immer häufiger mit Fragen zu Produkten, die sie online gesehen oder sogar bestellt haben, an ihre Ärzt*innen. Diese investieren dadurch viel Zeit darauf, Fehlinformationen zu korrigieren, statt sich um die gesundheitlichen Belange der Patient*innen kümmern zu können.

Ein kurzes Infoblatt für Wartezimmer, die das Erkennen von unseriöse Gesundheitswerbung erleichtert, steht hier zur Verfügung.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft