Einladung des Desideria Care e.V. und der Funke-Mediengruppe nach Essen

11.11.2025 - BDH-Präsident Christian Blumbach wurde von der Initiative Desideria Care e.V. und der Funke-Mediengruppe nach Essen zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der es um die Belastungen ging, denen Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen ausgesetzt sind. Lesen Sie seinen Bericht über eine Veranstaltung, die ein inspirierendes Beispiel für Mitgefühl, Engagement und fachlichen Austausch war.

© Desideria e.V., Isabelle Henn
Gemeinsam gegen das Vergessen – ein bewegender Abend in Essen

Am vergangenen Donnerstag durfte ich an einer ganz besonderen Veranstaltung teilnehmen: Unter dem Motto „Gemeinsam gegen das Vergessen“ lud der Verein Desideria Care zu einem Abend zugunsten von Angehörigen von Demenzerkrankten ein. Geleitet wurde die Veranstaltung von Frau Désirée von Bohlen und Halbach, die vielen Kolleginnen und Kollegen sicherlich noch vom BDH-Kongress in Dortmund im Februar bekannt ist. Schon dort hatte sie eindrucksvoll vermittelt, wie wichtig es ist, nicht nur den Erkrankten, sondern auch ihren Angehörigen Unterstützung zu schenken.

Ein exklusiver Einblick in die Villa Hügel

Der Tag begann an einem Ort mit großer Geschichte: der Villa Hügel, dem ehemaligen Stammsitz der Familie Krupp in Essen. Herr Eckbert von Bohlen und Halbach, Ehemann von Frau von Bohlen und Halbach und direkter Nachfahre der Krupp-Familie, führte uns persönlich durch Räume, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Seine lebendigen Erzählungen ließen die Vergangenheit dieses bedeutenden Hauses auf besondere Weise erlebbar werden.

Worte, die bewegen – Engagement mit politischer Unterstützung

Im Anschluss wechselten wir zum Funke-Medienhaus, wo der offizielle Empfang mit Präsentationen und Gesprächen stattfand. Den Auftakt machte eine Videobotschaft von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, der die Arbeit von Desideria Care würdigte und auf die wachsende gesellschaftliche Bedeutung des Themas Demenz hinwies. Seine Worte machten deutlich, dass wir alle gefordert sind, ein Bewusstsein für die Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer Familien zu schaffen.

Zwischen Wissenschaft und gelebter Erfahrung

Besonders beeindruckend war das anschließende Podiumsgespräch, das Fachwissen und persönliche Erfahrungen miteinander verband.
Neben Prof. Christoph Kleinschnitz, Neurologe und Experte für Demenzerkrankungen, sprach auch unser Kollege Heilpraktiker Roland Tennie, der die Sichtweise unserer Berufsgruppe einbrachte. Sie gaben einen tiefen Einblick in die Herausforderungen, denen Angehörige begegnen, und zeigten zugleich auf, welche Fortschritte es in Forschung und Früherkennung gibt.

© Christian Blumbach
Hoffnung, Hilfe und gelebte Solidarität

Im zweiten Teil des Abends kamen die Angehörigen selbst zu Wort. Ina Deutschmann und Hauke Dressler berichteten sehr berührend über ihre ganz persönlichen Erfahrungen im Umgang mit demenziell erkrankten Familienmitgliedern. Besonders ihre Offenheit und Ehrlichkeit machten deutlich, wie viel Kraft, Geduld und Liebe in der Begleitung dieser Menschen steckt – aber auch, wie oft das Umfeld mit Unverständnis reagiert.

Hier wird die wertvolle Arbeit von Desideria Care e.V.  besonders spürbar. Der Verein bietet Kurse, Coachings, psychologische Unterstützung und Mediation an – und schenkt Angehörigen das Gefühl, mit ihren Sorgen nicht allein zu sein. Dieses Engagement verdient größte Anerkennung.

Ein Abend voller Herz – und greifbarer Hilfe

Der Abschluss des Abends war das Charity-Dinner mit Kunstauktion, bei dem Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenkamen. Die Spendenbereitschaft war groß: Rund 130.000 Euro konnten gesammelt werden – genug, um 200 Familien ein Jahr lang zu unterstützen.

Beeindruckend fand ich, dass die Veranstaltung nicht nur von der Familie von Bohlen und Halbach, sondern auch von den Erben der Funke-Mediengruppe getragen wurde.

Für mich war dieser Abend ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Mitgefühl, Engagement und fachlicher Austausch Hand in Hand gehen können – und dass unsere Arbeit als Heilpraktiker auch im größeren gesellschaftlichen Kontext einen wichtigen Platz hat.

Einen weiteren Bericht zur Veranstaltung finden Sie auch in der WAZ: https://www.waz.de/lokales/essen/article410398345/funke-abend-widmet-sich-angehoerigen-von-demenz-erkrankten.html

Christian Blumbach, BDH-Präsident

© Desideria e.V., Isabelle Henn