Gesunde Ernährung im Alltag ist für Viele eine Herausforderung

03.11.2025 - Gesunde Ernährung dauerhaft in den eigenen Tagesablauf zu integrieren, stellt für die Mehrheit in Deutschland (59 %) eine Herausforderung dar. Dies geht aus einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hervor. Knapp die Hälfte (47 %) der 2000 befragten Bürgerinnen und Bürger würden ihre schlechten Ernährungsgewohnheiten zwar gerne ändern, halten aber trotzdem an ihnen fest. So ist etwa jeder und jede Dritte (30 %) nicht mit den Ernährungsgewohnheiten zufrieden.

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Im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hat forsa zwischen dem 21. August und 8. September 2025 eine repräsentative Online-Befragung unter 2000 Personen ab 14 Jahren zum Thema „Übergewicht und Ernährungsverhalten“ durchgeführt. Ziel der Befragung war unter anderem, das Wissen, die Erfahrung, Einstellungen sowie Meinungen und Wahrnehmung der Bevölkerung rund um Übergewicht, Gewichtsabnahme und Verhaltensänderungen zu ermitteln. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Ein Grund, warum vielen Menschen eine Ernährungsumstellung nicht gelingt, könnte am mangelnden Angebot gesunder Lebensmittel liegen. 70 Prozent halten ungesunde Lebensmittel für meist günstiger als gesunde Lebensmittel. Dass ungesunde Lebensmittel im Supermarkt oftmals prominenter platziert werden als gesunde Lebensmittel, meinen 68 Prozent. Zudem bestätigt mit 34 Prozent gerade mal ein Drittel der Befragten, dass es an ihrem Arbeitsplatz oder an der Universität qualitativ hochwertige und gesunde Verpflegung gibt. 84 Prozent der Befragten sind auch der Meinung, dass gesunde Lebensmittel an öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen und Raststätten schwerer zu finden sind als ungesunde Produkte.

„Unausgewogene Ernährung ist ein wesentlicher Treiber für die hohe Krankheitslast in Deutschland. Dabei ist unser Essverhalten viel stärker von unseren Umgebungen beeinflusst, als uns das im Alltag bewusst ist. Hier sollte die Politik ansetzen und unterstützende Rahmenbedingungen schaffen, die gesundes Essen für alle leichter machen“, betont Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Ein konkreter Vorschlag: „Es ist an der Zeit für verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas und Schulen“, so Reimann. Die Position der AOK-Chefin findet auch in der Bevölkerung Anklang, denn 81 Prozent der Befragten meinen, dass die Politik verbindliche Qualitätsstandards für eine gesunde Verpflegung und Kitas und Schulen einführen sollte. Aktuell sei dies nur in fünf Bundesländern der Fall.

Einen weiteren Hebel, die Bürgerinnen und Bürger bei einer gesunden Lebensweise zu unterstützen, sieht Reimann in der Lebensmittel-Preispolitik. „Nie war es so einfach, so viel Falsches zu essen. Kalorienbomben sind mittlerweile überall, 24/7 und meist auch noch günstig zu bekommen. Umso wichtiger ist es, gesunde Alternativen wie Obst und Gemüse preislich attraktiver zu machen, indem sie von der Steuer befreit werden.“ Eine Maßnahme wie Steuersenkungen bei Obst und Gemüse befürworten auch 90 Prozent der Bevölkerung. Ähnlich hoch ist der Anteil der Männer und Frauen (87 Prozent), die von der Politik stärkere Anreize für die Lebensmittelindustrie zur Zuckerreduktion in Getränken und Speisen fordern. 81 Prozent meinen zudem, dass die Regierung auch eine verständlichere Lebensmittelkennzeichnung angehen sollte.

Bei Teilen der Bevölkerung offenbart die Umfrage aber auch weit verbreitete Mythen rund um Ernährung und Bewegung. So geben zwei Drittel (68 %) der Befragten an, dass viel Sport und Bewegung die wichtigsten Faktoren sind, um abzunehmen. „Tatsächlich ist die Ernährung aber noch wichtiger“, weiß AOK-Vorständin Reimann. Fast ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger (29 %) wisse auch nicht, dass ein Kaloriendefizit die Voraussetzung für Gewichtsabnahme ist.

Quelle: AOK-Bundesverband