Hitzeaktionstag 2026: Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze

08.06.2026 - Am 11. Juni 2026 findet erneut der bundesweite Hitzeaktionstag statt. Unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ machen zahlreiche Institutionen, Verbände und engagierte Einzelpersonen auf die gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitzebelastungen aufmerksam. Auch wir vom BDH.

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Als Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker erleben wir in unseren Praxen unmittelbar, welche Auswirkungen Hitze auf die Gesundheit haben kann. Ältere Menschen, chronisch Kranke und Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen. Aber auch gesunde Menschen können bei anhaltenden Hitzeperioden an ihre Belastungsgrenzen geraten.

Der Bund Deutscher Heilpraktiker e. V. unterstützt den Hitzeaktionstag und setzt sich seit Jahren für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Handeln ein. Bereits seit 2023 arbeitet der BDH klimaneutral und verbindet damit Umweltverantwortung und Gesundheitsschutz.

Der diesjährige Aktionstag erinnert daran, dass Hitzeschutz nicht allein Aufgabe von Politik und Gesundheitswesen ist. Jede Praxis – auch Ihre – kann dazu beitragen, das Bewusstsein für Risiken zu stärken und Patientinnen und Patienten für einen angemessenen Umgang mit Hitze zu sensibilisieren.

Möglichkeiten gibt es viele:

  • Informationen zum Hitzeschutz in der Praxis auslegen oder aushängen
  • Patientinnen und Patienten aktiv auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr aufmerksam machen
  • Risikogruppen gezielt ansprechen und beraten
  • Beiträge in sozialen Medien veröffentlichen
  • Auf lokale Aktionen und Informationsangebote hinweisen

Wir Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker genießen bei vielen Menschen großes Vertrauen. Dieses Vertrauen können wir nutzen, um Gesundheitskompetenz zu stärken und auf präventive Maßnahmen aufmerksam zu machen.

Extreme Hitzeereignisse werden nach Einschätzung vieler Fachleute künftig häufiger auftreten. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen und Menschen dabei zu unterstützen, gesundheitliche Risiken zu erkennen und zu vermeiden.

Der Hitzeaktionstag bietet dafür eine gute Gelegenheit. Der BDH lädt Sie, liebe Kollegin, lieber Kollege, herzlich ein, sich zu beteiligen und das Thema in Ihren Praxen, Netzwerken und Regionen sichtbar zu machen.

Denn jede Aktion zählt – und kann dazu beitragen, Menschen besser zu schützen.

  • Regelmäßig über den Tag verteilt Trinken – auch ohne Durst-Gefühl: Zwei bis drei Liter sind ein Richtwert, bei starkem Schwitzen oder körperlicher Aktivität auch mehr. Besonders geeignet sind Wasser, ungesüßte Kräutertees oder stark verdünnte Saftschorlen. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sollte die individuelle Trinkmenge unbedingt mit der Ärztin oder dem Arzt abgeklärt werden. Ein guter Indikator für den Flüssigkeitshaushalt ist die Urinfarbe: Ein sehr dunkler Urin weist auf Flüssigkeitsmangel hin.
  • Medikamente ärztlich prüfen lassen: Blutdrucksenker und Diuretika zur Entwässerung können bei Hitze anders wirken. Ob die Medikation angepasst werden sollte, sollten Sie am besten schon frühzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen. Ändern Sie Ihre Medikation aber nie eigenständig. Auch die Lagerung von Arzneimitteln ist wichtig: Viele Medikamente verlieren bei Temperaturen über 25 °C ihre Wirksamkeit. Insulin darf nie ungekühlt transportiert werden.
  • Den Tagesablauf anpassen – und körperliche Belastung vermeiden: Körperliche Anstrengungen während der heißesten Tageszeiten (ca. 11–17 Uhr) sollten vermieden werden. Erledigungen und Sport sollten möglichst frühmorgens oder spätabends stattfinden.
  • Aktive Kühlung: den Körper bewusst unterstützen: Abkühlung bringen lauwarmes Duschen, feuchte Tücher oder kühlende Fußbäder. Leichte, atmungsaktive Kleidung unterstützt die körpereigene Temperaturregulation. Im Freien ist es wichtig, eine Kopfbedeckung zu tragen und direkte Sonneneinstrahlung zu meiden.
  • Kreislauf, Blutdruck und Blutzucker engmaschig im Blick behalten: Besonders Menschen mit Diabetes oder Herzerkrankungen sollten bei Hitze häufiger messen: Ideal sind zwei bis drei Blutzuckerkontrollen und mindestens eine Blutdruckmessung pro Tag.
  • Warnzeichen erkennen und ernst nehmen – besonders bei älteren Menschen: Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen oder Verwirrtheit können Vorboten eines Hitzeschadens sein. Gerade bei älteren Menschen werden sie oft spät bemerkt. Daher sollten Angehörige oder Nachbarn täglich nach dem Befinden fragen, Trinkmenge und Raumtemperatur im Blick behalten und beim Kühlen der Wohnung unterstützen. Besonders alleinlebende, mobilitätseingeschränkte und chronisch kranke Menschen brauchen an heißen Tagen Aufmerksamkeit und Hilfe.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

Im Folgenden sind einige Maßnahmen aufgeführt, mit denen Sie zum Hitzeschutz in Ihrer Praxis beitragen und Patienten über die Risiken aufklären können.

  • Heilpraktiker*innen sollten sich über hitzebedingte Gesundheitsschäden und deren Prävention informieren.
  • Besonders gefährdete Personen festlegen und ggfs. proaktiv kontaktieren
  • Sensibilisierung von Mitarbeitenden für Hitzefolgen und Erste Hilfe bei Hitzeschäden
  • mit Mitarbeitenden Kommunikation zum Thema Hitzeprävention festlegen
  • Sprechstundenangebot anpassen (z. B. Frühsprechstunden oder Sprechstunden am Abend für vulnerable Gruppen)
  • Hitzeschutzmaßnahmen in der Praxis überprüfen (z.B. Ventilatoren, Jalousien, Lüftungskonzept)
  • Getränke in den Praxisräumen anbieten
  • Betroffene Patient*innen aufmerksam begleiten (z. B. auf Dehydratationszeichen, erhöhter/erniedrigter Blutdruck, erhöhte Körpertemperatur, relevante Vitalparameter, Exsikkosezeichen achten)
  • Proaktiv Trinkmenge mit den Patienten besprechen
  • Mit Patienten über Arzneimittel mit potenziellem Einfluss auf die Temperaturregulation und den Volumenstatus in Hitzewellen sprechen und ggfs. wegen Medikationsanpassung an Haus- oder Fachärzte verweisen.
  • Auf notwendige adäquate Kühlung z. B. von Insulin und Allergiepens hinweisen.
  • Informationsmaterialien zur Prävention von hitzebedingten Erkrankungen bereithalten (z.B. Flyer, Plakate, Vorlagen zum Ausdrucken)
KBV

https://www.kbv.de/html/klimaschutz.php

KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.

Allgemein:

https://hitze.info/

https://hitze.info/informationsmaterial/infomaterialien/

https://hitze.info/wp-content/uploads/2022/06/Handout_Hitzebedingte_Gesundheitsprobleme_Pflege_Druck.pdf

https://hitze.info/wp-content/uploads/2022/06/Handout_Medikamentenanpassung_Druck.pdf

Leitfaden: mit Hitze keine Witze! Wie schützen wir uns und andere?
https://hitze.info/wp-content/uploads/2023/06/KLUG_MitHitzeKeineWitze_upload.pdf

Leitfaden: Kinder vor Hitze schützen
https://hitze.info/wp-content/uploads/2024/05/BMG_Hitze_Leitfaden_Kinder.pdf

Leitfaden: Menschen im höheren Lebensalter vor Hitze schützen
https://hitze.info/wp-content/uploads/2024/05/BMG_Hitze_Leitfaden_Senioren.pdf

Hitzeservice des Bundesministerium für Gesundheit

Ansprache von Risikogruppen: https://hitzeservice.de/kommunikationskonzept/

Hausärztinnen und Hausärzteverband

Hitzemanual: https://www.haev.de/fileadmin/user_upload/downloads/Hitze-Manual_HAEV_Juli_2023.pdf

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit

Infos für Patient*innen:

https://shop.bioeg.de/so-kommen-sie-gut-durch-hitzewellen-tipps-fuer-alle/

Infos für Ältere Menschen:

https://shop.bioeg.de/so-bleiben-sie-bei-einer-hitzewelle-gesund-empfehlungen-fuer-aeltere-menschen/

Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. (B.A.G. Selbsthilfe)

Arbeitshilfe für Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen und deren Selbsthilfeverbände

https://www.bag-selbsthilfe.de/fileadmin/user_upload/_Informationen_fuer_SELBSTHILFE-AKTIVE/Projekte/Klimakrise_und_Selbsthilfearbeit/FINAL_Arbeitshilfe_zu_Hitzefolgen_und_Hitzeschutz.pdf

Infoflyer

https://www.bag-selbsthilfe.de/fileadmin/user_upload/_Informationen_fuer_SELBSTHILFE-AKTIVE/Projekte/Klimakrise_und_Selbsthilfearbeit/Klimawandel_und_Selbsthilfearbeit_Flyer_Hitze_und_Medikamente.pdf