Hypertonie: Neue Patientenbroschüre als wichtiger Baustein der Prävention

31.03.2025 - Ein neuer Patientenratgeber der Deutschen Hochdruckliga unterstützt Patient*innen mit Hypertonie bei der Lebensstilanpassung, die neben frühzeitiger Diagnose und Behandlung schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden verhindern kann.

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Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben weltweit – dennoch liegt die Lebenserwartung vor allem wegen der höheren Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im europäischen Vergleich im unteren Drittel [1]. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2020 kostet die Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen 56,7 Milliarden Euro – nur ein Bruchteil dieses Betrags floss in Präventionsmaßnahmen. Regelmäßige Anlaufstellen für Patientinnen und Patienten wie Hausärzte, Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner sowie Apotheken sollten daher verstärkt in die Prävention von Bluthochdruck eingebunden werden.

Evidenzbasierte Präventionsstrategien für die Praxis

Die neue Broschüre „Bluthochdruck vorbeugen“ vermittelt evidenzbasierte Informationen zu Ursachen und Risiken der Hypertonie und gibt praxisnahe Empfehlungen zur Prävention. Fachkräfte im Gesundheitswesen können die Broschüre zur Unterstützung ihrer Beratungsarbeit nutzen. Anhand des BERN-Prinzips erfahren Betroffene, wie sie den Blutdruck durch Anpassungen in den Bereichen Verhalten, Bewegung, Stressmanagement und Ernährung stabil halten können. Schon kleine Veränderungen können das Wohlbefinden der Patienten effektiv verbessern. Bereits ab 5,5 Stunden pro Woche Spazierengehen zeigt sich eine durchschnittliche Blutdruckreduktion von 6/3 mmHg. Strategien zur Stressbewältigung wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson können dem Effekt einer Medikation ähneln.

Blutdruckmessung – ein zentraler Bestandteil der Prävention

Eine Hypertonie bleibt in frühen Stadien oft unbemerkt, da Symptome meist erst bei stark erhöhten Werten (>160 mmHg) auftreten. Patientinnen und Patienten stellen sich erst dann beim Arzt vor, wenn sich bereits Organschäden manifestiert haben [2]. Ab dem 40. Lebensjahr sollten Erwachsene ihren Blutdruck deshalb mindestens einmal jährlich kontrollieren lassen, insbesondere wenn Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder eine familiäre Vorbelastung vorliegen.

Kostenlose Patientenaufklärung

Die neue Präventionsbroschüre sowie alle weiteren Informationsmaterialien können kostenlos hier  heruntergeladen oder als Printversion bestellt werden.

Originalpublikationen
  1. Jasilionis D, van Raalte AA, Klusener S, Grigoriev P: The underwhelming German life expectancy. Eur J Epidemiol 2023; 38 (8): 839–850. https://doi.org/10.1007/s10654-023-00995-5
  2. McEvoy JW, McCarthy CP, Bruno RM et al.: 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension. Eur Heart J 2024; 45 (38): 3912–4018. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehae178.

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention