Viele Behandlungsmethoden für osteoarthritische Knieschmerzen (OA) sind nur mäßig wirksam, und oft mit Nebenwirkungen verbunden. Darüber hinaus basieren gängige Therapien in der Regel auf der Annahme, dass Gewebeschäden die Knieschmerzen verursachen. Der Ansatz der Forschenden zielte stattdessen auf zentrale Schmerzmechanismen ab, die steuern, wie das zentrale Nervensystem und das Gehirn auf Schmerzen reagieren. Das Gehirn wird demnach getäuscht.
Ein Bestandteil der zentralen Schmerzmechanismen ist laut der Wisenschaftler*innen der Vagusnerv. Dieser ist wichtig für das parasympathische Nervensystem, das die Ruhe- und Verdauungsfunktionen des Körpers steuert und dem sympathischen Nervensystem entgegenwirkt, das die Reaktion des Körpers auf Stress und Gefahren regelt. Ihre Erkenntnisse würden darauf hindeuten, dass bei Menschen mit OA-Knieschmerzen das Gleichgewicht zwischen der sympathischen und parasympathischen Aktivität im Körper gestört ist, was Schmerzen verursachen könne.
Erfolgreiche Linderung
Eine Pilotstudie mit 30 Probanden, die an Knieschmerzen litten, war erfolgreich. Sie wurden 60 Minuten lang mit einem Gerät behandelt, das den Vagusnerv hinter dem Ohr stimuliert. Normalerweise wird diese sogannnte transkutane Vagusnervstimulation bisher zur Linderung der Folgen von Epilepsie oder Depressionen eingesetzt.
Elf Probanden hatten anschließend deutlich weniger Schmerzen. Der nächste Schritt ist eine randomisierte kontrollierte Studie mit einer größeren Gruppe von Menschen, die in zwei Gruppen aufgeteilt werden: Eine erhält dann die Stimulationsbehandlung und die andere ein Placebo.
Originalpublikation
Aoyagi K, Rivas E, Shababi R et al. Safety and preliminary efficacy of transcutaneous auricular vagus nerve stimulation on chronic knee pain: A pilot trial. Osteoarthr Cartil Open. 2024 Nov 23;7(1):100545. doi: 10.1016/j.ocarto.2024.100545.
Quelle: University of Texas in El Paso vermittelt durch Pressetext pte
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