Magnesium kann Schwangerschaftskomplikationen vorbeugen

30.09.2024 - Präeklampsie in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Folgen für Fötus und Mutter haben. Häufig weisen Schwangere zu niedrige Magnesiumspiegel auf, weshalb dieser Mineralstoff nach diagnostizierter Präeklampsie den Schwangeren intravenös zugeführt wird. Ob auch eine Supplementierung von Magnesium während der Schwangerschaft das Risiko für Präeklampsie verringern kann, konnte bisher in Studien nicht durchgängig gezeigt werden. Eine aktuelle Metaanalyse bestätigt dies nun jedoch.

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Präeklampsie gefährdet Fotus und Mutter

3-5 Prozent der Schwangeren entwickeln eine so genannte Präeklampsie, eine schwerwiegende Komplikation während der Schwangerschaft, die mit deutlich erhöhtem Blutdruck und einer weiteren Organstörung an z.B. Nieren oder Leber einhergeht. Als Folge davon können zudem Wachstumsstörungen des Fötus und eine erhöhte Sterblichkeit des Fötus sowie auch der Mutter auftreten. Zudem besteht bei Frauen mit Präeklampsie ein lebenslang erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall. Es gibt Hinweise, dass niedrige Magnesiumspiegel im Blut mit einem erhöhten Risiko für Präeklampsie einhergehen. Zudem wurde festgestellt, dass die intravenöse Behandlung mit Magnesiumsulfat die Häufigkeit des Auftretens einer Präeklampsie reduziert. Bisherige Untersuchungen konnten jedoch nicht eindeutig klären, ob auch die Zufuhr von Magnesium über Nahrung oder Supplemente die Häufigkeit der Präeklampsie verringern kann.

Magnesium senkt Risiko für Schwangerschaftskomplikationen

Vor diesem Hintergrund erstellten chinesische Forscher eine Metaanalyse von Studien, die die Wirksamkeit von Magnesiumsupplementen auf die Häufigkeit von Präeklampsie bei Schwangeren untersuchen. In dieser Analyse wurden Daten aus sieben doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studien mit insgesamt 2.653 schwangeren Frauen einbezogen. Die Ergebnisse der Metaanalyse zeigten, dass eine Magnesiumzufuhr auch über Supplemente (zwischen 145 und 365 mg pro Tag) zu einer Verringerung des Präeklampsie-Risikos während der Schwangerschaft führte. Dieser Effekt war jedoch nur bei Frauen mit vermehrten Komplikationen während der Schwangerschaft zu verzeichnen und war zudem bei Frauen mit deutlich erhöhtem Schwangerschaftsrisiko noch stärker ausgeprägt. Die Wirksamkeit war bei einer zugeführten Menge zwischen 145 und 365 mg/Magnesium pro Tag gegeben – unabhängig davon, ob die Diagnose der Präeklampsie im ersten oder zweiten Trimester erfolgte. Die Zufuhr von Magnesiumsupplementen reduzierte somit bei Schwangeren mit verschiedenen Komplikationen während der Schwangerschaft das Risiko für Präeklampsie. Bei Frauen ohne vorher abschätzbares Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft hatte die Zufuhr von Magnesium keinen Effekt auf das Präeklampsie-Risiko.

Vorbeugung von Präeklampsie

Die Ergebnisse dieser Metaanalyse zeigten eine Senkung des Risikos für Präeklampsie bei Risikoschwangerschaften durch die Supplementierung mit mindestens 145 mg Magnesium pro Tag. Frauen sollten somit grundsätzlich auf eine mindestens ausreichende Zufuhr von Magnesium während der Schwangerschaft achten. Der Tagesbedarf an Magnesium liegt bei 300 mg für Frauen. Um ihn zu decken, empfehlen sich Vollkornprodukte, Keime, Kleie und Nüsse. Ideale Quellen zur kalorienfreien Versorgung mit Magnesium sind zudem Heilwässer ab etwa 100 mg Magnesium pro Liter.

Originalpublikation

Jing Y, Ying Y, Tongyu Z, Xiaohan L, Xincheng J, Juan Z. Oral Magnesium Supplementation for the Prevention of Preeclampsia: a Meta-analysis or Randomized Controlled Trials. Biol Trace Elem Res. 2022 Aug;200(8):3572-3581. doi: 10.1007/s12011-021-02976-9.

Quelle: Deutsche Heilbrunnen