Der Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH e. V.) ist im November dem Bündnis Mutterschutz für Selbstständige beigetreten. Als Berufsverband mit einem überwiegend weiblichen Mitgliederanteil – rund 70 % – möchten wir ein Zeichen setzen: Wir stehen an der Seite unserer Kolleginnen, die sich fragen, wie sie ihren Traum von der eigenen Praxis mit einem Kinderwunsch verbinden können.
Eine Heilpraktikerpraxis sollte für Frauen in der Familienphase kein „partnerfinanziertes Hobby“ sein müssen, sondern eine tragfähige berufliche Perspektive. Der BDH setzt sich dafür ein, dass Heilpraktikerinnen sich sowohl pro Familie als auch pro Praxis entscheiden können – ohne existenzielle Risiken.
Denn noch immer gilt: Für Selbstständige gibt es keinen gesetzlichen Mutterschutz. Schwangerschaft und Geburt werden zum wirtschaftlichen Wagnis. Das ist nicht zeitgemäß – und widerspricht dem Prinzip von Chancengleichheit.
Das Bündnis Mutterschutz für Selbstständige ist ein Zusammenschluss aus Verbänden, Kammern, Vereinen sowie engagierten Personen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Elternschaft und Selbstständigkeit endlich strukturell zu verbessern. Dies ist zwar im Koalitionsvertrag vereinbart, aber deshalb noch lange nicht geregelt oder gar praktisch umgesetzt.
Eine Umfrage des Vereins Mutterschutz für Alle! e. V. (2023, über 1600 Teilnehmende) zeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist:
- Jede vierte Frau würde sich gern selbstständig machen, zögert aber wegen der fehlenden Absicherung.
- 13,5 % der bereits Selbstständigen überlegen, ihre Tätigkeit wegen Kinderwunsch aufzugeben.
- 35 % der selbstständigen Mütter verzichten aus wirtschaftlicher Sorge auf weitere Kinder.
Selbstständige fallen durchs Raster: kein Mutterschutz, kein echter Einkommensersatz, kein Sicherheitsnetz. Statt Absicherung drohen Existenzängste – mitten in Schwangerschaft und Wochenbett. Das ist nicht nur unfair, sondern gefährdet Familien und verstärkt Ungleichheit.
Darum fordert der BDH gemeinsam mit dem Bündnis:
- Einkommensabsicherung in Schwangerschaft und Mutterschutz,
- vereinfachte und angepasste Elterngeldregelungen,
- betriebliche Absicherungsmodelle, damit Praxen in dieser Zeit bestehen können.
Mutterschutz ist selbstverständlich – auch für Selbständige.
Der BDH wird sich innerhalb eines starken Bündnisses dafür einsetzen, dass unsere vielen selbstständig praktizierenden Kolleginnen diese wichtige Starthilfe für sich und ihre Familie bekommen. Deshalb engagieren wir uns gemeinsam mit anderen großen und namhaften Organisationen – z. B. Deutscher Ärztinnenbund e. V., Deutscher Hebammenverband e. V., Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten e. V., Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. für eine Chancengerechtigkeit in der Selbstständigkeit und eine Absicherung jeder werdenden Mutter.
Wenn Sie diese Kampagne unterstützen möchten, finden Sie hier Informationen: https://mutterschutzfueralle.de/
Keine Schwangere sollte sich zwischen Elternschaft und Selbstständigkeit entscheiden müssen, weil sie sich beides nicht leisten kann.
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