Narkolepsie: Ketogene Ernährung und Bewegung bieten neue Chancen

04.11.2024 - Narkolepsie ist eine chronische Schlafstörung, bei der Betroffene tagsüber plötzlich und unkontrolliert einschlafen und sich ständig müde fühlen. Diese Erkrankung kann das Leben stark beeinträchtigen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass es auch ohne Medikamente Möglichkeiten gibt, die extreme Tagschläfrigkeit bei Narkolepsie zu verbessern.

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In einer aktuellen Studie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben Forschende herausgefunden, dass sowohl eine ketogene Ernährung als auch regelmäßige körperliche Bewegung die extreme Tagschläfrigkeit bei Narkolepsie verbessern können. Die Ergebnisse seien beeindruckend: Beide Ansätze würden die Müdigkeit in einem Maßreduzieren, das sonst nur mit Medikamenten erreicht wird, erklären die Sudienautor*innen.

44 Erwachsene mit Narkolepsie haben die Studie abgeschlossen. Insgesamt sind sie zehn Wochen lang entweder einem ausgearbeiteten Trainingsprogramm mit körperlicher Bewegung gefolgt, haben sich ketogen ernährt oder haben eine übliche Behandlung erhalten. Die ketogene Ernährung ist eine kohlenhydratarme, fettreiche Ernährungsweise, die den Körper in einen Zustand der Ketose versetzt, bei dem Fett anstelle von Glukose zur Energiegewinnung genutzt wird.

Bessere Lebensqualität ohne Nebenwirkungen

Sowohl die Sport- als auch die Diätgruppe zeigten deutliche Verbesserungen.

Neben weniger Müdigkeit verbesserten sich auch die körperliche und geistige Lebensqualität der Teilnehmenden, ohne dass Nebenwirkungen auftraten. „Eine ketogene Diät ist allerdings nicht leicht umzusetzen, vor allem im Alltag oder beim Essen mit Freunden. Auch ist sie vergleichsweise teuer,“ sagt Prof. Dr. Ulf Kallweit, Inhaber der Stiftungsprofessur für Narkolepsie- und Hypersomnolenzforschung an der UW/H und Leiter der Studie.

Eine einfachere Alternative wäre daher eventuell eine weniger strenge, kohlenhydratarme Diät.

Die Ergebnisse zeigen, dass Bewegung und Ernährung echte Alternativen bzw. mindestens eine wichtige Ergänzung zur medikamentösen Behandlung sein könnten. Um diese Ergebnisse zu bestätigen und in die Praxis umzusetzen, wird weitere Forschung nötig sein.

Die Studie wurde erstmals auf dem Kongress der European Academy of Neurology 2024 in Helsinki präsentiert.