Äpfel sind hierzulande das wichtigste und beliebteste Tafelobst. Allerdings leiden hierzulande mehr als 3,5 Millionen Menschen unter einer Apfelallergie. Das bedeutet, rohe Äpfel sind für sie tabu. Eine medikamentöse Therapie gibt es bislang nicht. Betroffene müssen bislang auf frische Äpfel verzichten oder auf ausschließlich erhitzte Früchte zurückgreifen.
Jetzt gibt es die ersten allergenarmen Äpfel der Marke „Pompur“ im Handel. Erhältlich sind sie in zwei Sorten: Die erste zeichnet sich durch ein eher süßliches Aroma aus, die zweite weist ein ausgeglichenes Zucker-Säureverhältnis auf. Bei beiden sind die Früchte eher groß, knackig und saftig. Auch in diesem Fall gilt allerdings: Vollständig allergenfreie Äpfel sind nicht möglich – doch die neuen Sorten sind für viele Allergiker erstmals wieder verträglich.
Die Sorten sind das Ergebnis eines mehrjährigen Forschungsprojekts der Hochschule Osnabrück, der Technischen Universität München (TUM) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. In enger Zusammenarbeit mit der Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) wurden Apfelsorten mit besonders geringem Allergengehalt identifiziert und weiterentwickelt. Klinische Tests bestätigten ihre gute Verträglichkeit. Trotzdem sollten sich Allergikerinnen und Allergiker auch bei dieser Sorte langsam rantasten.
Die klinischen Untersuchungen waren Voraussetzung dafür, dass die Apfelsorten eine Zertifizierung als allergikerfreundliches Produkt erhalten konnten. Das ECARF-Qualitätssiegel, das nur an Angebote vergeben wird, die strenge wissenschaftliche Kriterien erfüllen, wurde den beiden Apfelsorten im Jahr 2022 verliehen.
Quelle: Mitteilung der Hochschule Osnabrück
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