Nach Aussage des GKV handelt es sich um die höchste Summe seit der Erfassung der Betrugshandlungen im Jahr 2008. Zugleich konnten jedoch auch 92 Millionen Euro “gesichert” werden, die dem Gesundheitswesen dann wieder zur Verfügung stehen.
Der mit Abstand höchste Schaden entstand mit fast 86 Millionen Euro im Bereich der Arznei- und Verbandsmittel. Nur knapp 37 Millionen Euro konnten hier gesichert und wieder für die Versorgung eingesetzt werden. Die Betrugshandlungen seien in diesem Bereich vor allem auf gefälschte Papierrezepte für teure Medikamente wie Abnehmspritzen und Schmerzmittel zurückzuführen. Kriminalitätsschwerpunkte sind zudem die “Häusliche Krankenpflege” und die Pflegeversicherung mit Betrugshandlungen im Wert von jeweils über 30 Millionen Euro.
Der Bericht stützt sich auf Informationen von den Mitgliedskassen sowie von Whistleblowern, die im Gesundheitswesen tätig sind. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum rund 50.000 Hinweise gemeldet, 21 Prozent mehr als im davor liegenden Zeitraum (2020-2021). Nach Darstellung des GKV werden die verfolgten Fälle immer größer und komplexer. Man habe es zunehmend mit vernetzten Strukturen und mehreren Beteiligten zu tun, heißt es im Bericht.
Zudem geht der Spitzenverband von einer hohen Anzahl unentdeckter Fälle aus. Er fordert die Bundesregierung daher auf, eine Studie in Auftrag zu geben, in der das Dunkelfeld erforscht wird. Alle zwei Jahre wertet der GKV-Spitzenverband die Daten seiner 94 Mitgliedskassen zum Fehlverhalten im Gesundheitswesen aus.
Die aktuellen Ergebnisse des Berichtes unterstreichen die Notwendigkeit, zukünftig effektiver gegen Fehlverhalten im Gesundheitswesen vorzugehen. Diese und weitere Positionen und Forderungen sind im Positionspapier „Reformbedarf für die 21. Legislaturperiode 2025-2029“ des GKV-Spitzenverbandes zu finden.
Weitere Informationen: https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2008730.jsp
Quelle: rbb24 Inforadio
Login



