Schützen Kaffee und Grüntee vor Demenz?

25.02.2025 - Eine aktuelle Studie untersuchte den Einfluss von Kaffee und Grüntee auf das Altern des Gehirns und Demenz. Dabei fokussierten sich die Forschenden auf das Volumen des Hippocampus, des gesamten Gehirns sowie von Läsionen in der weißen Substanz. Tee scheint im Gegensatz zu Kaffee protektive Effekte auf das Demenzrisiko zu haben.

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Tee und Kaffee enthalten Koffein, Polyphenole und Vitamine, die eine neuroprotektive Wirkung haben. Mehrere epidemiologische Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Tee und Kaffee bei älteren Erwachsenen mit kognitiven Vorteilen verbunden ist. Neuroprotektive Inhaltsstoffe im Grüntee sind beispielsweise Epigallocatechingallat, bei schwarzem Tee sind es Theaflavine und im Kaffee sind es Chlorogensäure und Kaffeesäure. Diese Inhaltsstoffe Haben antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen.

Die aktuelle Studie untersuchte nun den Zusammenhang zwischen dem Konsum von grünem Tee oder Kaffee und Läsionen der weißen Hirnsubstanz sowie dem Volumen des Hippocampus und des Gesamthirns bei 8766 selbstständige lebenden Teilnehmer*innen über 65, die zwischen 2016 und 2018 von der Japan Prospective Studies Collaboration for Aging and Dementia rekrutiert wurden. Ein Fragebogen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme wurde verwendet, um den Konsum von grünem Tee und Kaffee zu bewerten. Darüber hinaus führten die Forschenden Magnetresonanztomographie des Gehirns durch, um Läsionen der weißen Hirnsubstanz, das Hippocampus-Volumen und das Gesamthirnvolumen zu analysieren.

Eine multivariable bereinigte Analyse ergab signifikante Korrelationen zwischen weniger Läsionen der weißen Substanz im Gehirn und einem höheren Grünteekonsum, während keine signifikanten Unterschiede zwischen Grünteekonsum und Hippocampus- oder Gesamthirnvolumen festgestellt wurden. Hinsichtlich des Kaffeekonsums wurden keine signifikanten Unterschiede bei den Läsionen der weißen Hirnsubstanz oder dem Hippocampus- oder Gesamthirnvolumen festgestellt. Ein höherer Grünteekonsum war also mit weniger Läsionen der weißen Hirnsubstanz verbunden, was darauf hindeutet, dass er zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen nützlich sein könnte. Allerdings konnten die positiven Effekte nur bei Teilnehmenden beobachtet werden, die keine Träger des ApoE ε4-Allels waren oder unter Depressionen litten.

Die Autoren argumentieren, dass beides starke Risikofaktoren für das Auftreten von Demenz sind und grüner Tee in diesen Fällen keine effektive Prävention darstelle. Offensichtlich spielen auch die Konzentrationen pflanzlicher Wirk- und Inhaltsstoffe und damit die Tee-Qualität eine Rolle.

Originalpublikation

Shibata S et al. Green tea consumption and cerebral white matter lesions in community-dwelling older adults without dementia. Npj Science Of Food, 2025. doi: 10.1038/s41538-024-00364-w