Stressmanagement- und Lebensstilmodifikation bringen deutliche Verbesserungen bei Morbus Crohn

24.11.2025 -Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersuchte Prof. Dr. med. Jost Langhorst, Chefarzt der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde am Klinikum Bamberg, gemeinsam mit einem multiprofessionellen Forscherteam die Auswirkungen eines zehnwöchigen Stressmanagement- und Lebensstilmodifikationsprogramms auf die Stressreduktion und die Immunfunktion bei Morbus Crohn. Durch die Maßnahmen wurden die Entzündungsreaktion und die Lebensqualität klinisch relevant verbessert.

Junge Frau leidet unter Magen-Darmschmerzen
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Im Rahmen eines vom Freistaat Bayern geförderten Forschungsprojekts untersuchte Prof. Dr. med. Jost Langhorst, Chefarzt der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde am Klinikum Bamberg, gemeinsam mit einem multiprofessionellen Forscherteam die Auswirkungen eines zehnwöchigen Stressmanagement- und Lebensstilmodifikationsprogramms auf die Stressreduktion und die Immunfunktion bei Morbus Crohn.

Für ihre Arbeit erhielten die Wissenschaftler nun im Rahmen des Welt-Kongresses für traditionelle, complementäre und integrative Medizin (TCIM) in Rio de Janeiro, Brasilien die Auszeichnung Excellence in Integrative Medicine Research Award 2025 der European Society of Integrative Medicine (ESIM).

In seiner Forschungsarbeit untersuchte das Team aus Biologen, Psychologen, Soziologen und Medizinern die Auswirkungen eines zehnwöchigen multimodalen Stressmanagement- und Lebensstilmodifikationsprogramms auf die Stressachse und die Immunfunktion bei Morbus Crohn. Zum Einsatz kam dabei ein Mixed-Methods-Ansatz unter Verwendung des Trierer Sozialstresstests (TSST).

Das 60-stündige Therapiekonzept erstreckt sich über zehn Wochen und umfasst unter anderem Module zum Stressmanagement in Theorie und Praxis, meditative Bewegungstherapie, eine pflanzenbasierte Vollwertkost in Theorie und Praxis, Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie sowie naturheilkundliche und phytotherapeutische Selbsthilfestrategien.

Durch die Therapie konnte bei den Patientinnen und Patienten eine deutliche Zunahme der Anwendung von Entspannungstechniken und meditativen Bewegungspraktiken nachgewiesen werden. Die Teilnehmenden an dem Therapiekonzept zeigten vor diesem Hintergrund eine klinisch relevante Minderung des empfundenen chronischen Stresses und eine veränderte Reaktion des Immunsystems. Darüber hinaus wurden durch die Therapie die Entzündungsreaktion und die Lebensqualität klinisch relevant verbessert.

Originalpublikation

Oeznur O, Utz S, Schlee C, Langhorst J. Impact of a 10-week multimodal stress management and lifestyle modification program on stress response and immune function in Crohn’s disease: a mixed-methods approach using the Trier Social Stress Test. BRAIN, BEHAVIOR, & IMMUNITY – HEALTH 2025 Apr 30;46:101006

Quelle: Sozialstiftung Bamberg