Rezensionen

Margarete Stöcker: Praxislehrbuch Heilpraktiker für Psychotherapie

Das Psychotherapie-Lehrbuch von Margarete Stöcker stellt die psychiatrischen Krankheitsbilder dar und orientiert sich dabei am Curriculum und Prüfungsstoff. Es gibt Anregungen zum nachhaltigen Lernen wie Lernpausen, Arbeiten mit Mind Maps und Bezügen zur Lebenswelt.

Anita Sprenger-Witte hat es für Sie gelesen und besprochen.

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Das „Praxislehrbuch Heilpraktiker für Psychotherapie“ von Margarete Stöcker ist in erster Linie als Lehrbuch zur Vorbereitung auf die amtsärztliche Überprüfung für Heilpraktiker für Psychotherapie konzipiert.

Das Buch gliedert sich in 4 farblich unterschiedlich gestaltete Teile:
Im Eingangsteil geht es um Allgemeines zum Thema Lernen, Lernmethoden und um eine sehr knappe Einführung in die Anatomie des Nervensystems und die Geschichte der Psychiatrie. Auch die Themen Diagnostik, Klassifikationssysteme und Psychopathologie (inklusive praktischer Tipps zur Erhebung) werden hier abgehandelt.

Der 2. Teil beschäftigt sich mit den psychiatrischen Störungsbildern. Diese werden entlang der ICD10-Kategorien dargestellt und die relevantesten Krankheiten nach dem bekannten Schema eines Medizinbuchs (bedauerlicherweise aber nicht immer mit der ausreichenden stofflichen Tiefe) beschrieben: Definition, Epidemiologie, Ätiologie/Pathogenese,
Symptome, Diagnostik, Verlauf und Therapieansätze. Am Ende einer Störungskategorie werden darüber hinaus Mindmaps und Multiple-Choice-Prüfungsfragen zur Verfügung gestellt.

Teil 3 befasst sich mit einer kurzen Darstellung verschiedener medikamentöser, psychotherapeutischer und sonstiger Therapiemethoden. Dabei werden neben „klassischen“ und bekannteren Psychotherapieverfahren auch solche vorgestellt, die die Autorin selbst praktiziert. Eine Seite zu psychiatrischen Notfällen findet sich in diesem Teil ebenso wie Grundlagen zur Gesetzeskunde, ICD10-Tabellen und kurze, allgemeine Hinweise und Ratschläge zur HPPsych-Prüfung und Praxisgründung.

Im Anhang (Teil 4) finden sich letztendlich neben einem Glossar auch die
(unkommentierten) Lösungen der Prüfungsfragen.

Insgesamt ist das Buch fachlich gut strukturiert und die Texte sind in einer anschaulichen, angenehmen Sprache geschrieben und Inhalte verständlich sowie praxisnah dargestellt.
Zudem gibt es – neben den bereits erwähnten Mindmaps – zahlreiche „Käst(ch)en“ unterschiedlichen Inhalts: „Faktenkästchen“ mit ICD10-Diagnosekriterien, Hintergrundinformationen, Zusatzinformationen, Vergleichstabellen und Übersichtstabellen, die den Textinhalt nochmals grafisch darstellen. Ergänzt werden diese durch (grafisch anders gestaltete) „didaktische Kästchen“ wie Merkkästchen, Lerntippkästchen und Pausenkästchen, die das Lernen erleichtern und zu regelmässigen Pausen und deren aktiven Gestaltung einladen bzw. anregen sollen.

Fazit

Das Buch kommt frisch und sympathisch daher.
Es vermittelt den Stoff so verständlich, dass auch Laien bzw. Neueinsteiger einen guten Zugang zu der komplexen Thematik finden werden.
Diejenigen, die ihre Lernstruktur und Lernmethode noch suchen oder neue ausprobieren möchten, haben die Möglichkeit, sich auch didaktisch an die Hand nehmen lassen.
Klassische Fliesstext-Leser könnten sich aufgrund der stellenweise doch hohen Dichte an – in den Text eingestreuten – „Kästchen“ in ihrem Lesefluss gestört fühlen. Auch wenn die Autorin anmerkt, dass bestimmte Kästen übersprungen werden können, muss der/ die LeserIn sich immer erst orientieren, ob das Kästchen wichtig ist oder nicht.
Als Begleitbuch in der Praxis bzw. Nachschlagewerk für „Psychiatrie-Profis“ und Nicht-Profis wird es sicher gute Dienste leisten, da gerade hier unter anderem die grafischen Darstellung von großem Nutzen sein können.
Als alleinige Grundlage zur Prüfungsvorbereitung HPPsych halte ich das Lehrbuch für nicht ausreichend, da es (meiner Erfahrung als Beisitzerin für HPPsych-Prüfungen und HPPsych-Dozentin nach) leider fachlich an einigen Stellen zu sehr an der Oberfläche bleibt. Hier sollte auf jeden Fall stofflich tiefergehende Fachliteratur zusätzlich zur Hand genommen werden.

HP Anita Sprenger-Witte

Margarete Stöcker: Praxislehrbuch Heilpraktiker für Psychotherapie.
1. Auflage 2016; Stuttgart: Haug-Verlag 2016;
368 Seiten, gebunden, 49,95 EUR, ISBN 978-3-13-219201-0

Hanne Marquardt: Fußreflexzonenarbeit am Fuß

Dieses bewährte Einsteigerwerk zur Reflexzonenarbeit am Fuß bietet alle wichtigen Informationen zu Lage und Verlauf der Reflexzonen, demonstriert ein umfassendes Behandlungsspektrum der Reflexzonenarbeit am Fuß und erklärt, wie Sie mögliche Organ- und Gewebebelastungen anhand von Sicht- und Tastbefunden erkennen. Tobias Rutkowsky hat es für Sie gelesen.

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Herzlichen Glückwunsch! Die 25. Auflage dieser Schrift schaut nun auf über 40 Jahre Geschichte der Fußreflexzonentherapie nach Hanne Marquardt zurück! Mit der ersten Auflage der „Fußreflexzonenarbeit“ hat 1975 quasi „alles“ angefangen, knapp 20 Jahre später kam dann die „Fußreflexzonentherapie am Fuß“ heraus.

Für die Fußreflex-Interessierten im Dunstkreis des BDH-Newsletters wird wohl das umfangreichere Therapiebuch interessanter sein als diese vergleichsweise „abgespeckte“ Einführung in die Arbeit am Fuß. Doch für Einsteiger und interessierte Laien ist das Werk nach wie vor relevant: Man bekommt mit einer übersichtlichen Einführung, rechtlichen Hinweisen zur Behandlung, Grifftechniken sowie Karten mit den jeweiligen Organzonen ein ‚Grundset‘ an Information, um sich in die Thematik einzuarbeiten. Gerade die Karten sind hier angenehm handwerklich und übersichtlich gehalten. Eine Ausbildung will, wird und kann das Buch selbstverständlich nicht ersetzen.

Sehr anschaulich finde ich ein Kapitel, in dem 6 Kasuistiken zum Thema Kopfschmerz vorgestellt werden. Auf die jeweilige Fallbeschreibung folgt die Abbildung der Karte mit den Fußreflexzonen, die behandelt wurden. So wird sehr schnell (im wahrsten Sinne des Wortes) sichtbar, wie unterschiedlich ein Symptom „hinterlegt“ sein kann und unter Umständen behandelt werden muss. Der reflexinteressierte Laie hat hier ein wunderbares  Einstiegsangebot in die naturheilkundliche „Denke“.

Fazit: Als ersten Kontakt mit der Therapieform oder für sehr interessierte Laien gut zu empfehlen, als Grundlage der therapeutischen Arbeit sollte sicher das umfangreichere Zwillingswerk gewählt werden.

Bibliografie

Hanne Marquart: Fußreflexzonenarbeit am Fuß, 25. Auflage
Stuttgart: Haug-Verlag, 2016. 200 S. , 47 Abb. , geb., ISBN: 9783132048751
EUR [D] 29,99

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