Obst und Gemüse
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Konzept
Wohlbefinden
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Diese von dem Schweizer Arzt Dr. Maximilian Bircher-Benner (1867-1939) entwickelte Ernährungslehre favorisiert im Wesentlichen eine vollwertige, vegetarische (fleischlose) Ernährung mit hohem Rohkostanteil. Seine Grundsätze formulierte Bircher-Benner in den „Ordnungsgesetzen des Lebens“. Neben einer gesunden, regelmäßigen Ernährung umfasst sie auch

„das Leben ordnende Faktoren“ wie einen regelmäßigen Rhythmus von Tagen und Wochen, Schlafen und Wachen, Arbeit und Freizeit, ausreichende Bewegung an frischer Luft, eine aktive und sinnvolle Lebensgestaltung und zufrieden machende soziale Kontakte.

Grundlagen der Bircher-Benner-Kost
In seiner Ernährungslehre schrieb Bircher-Benner den Pflanzen eine besondere Bedeutung für die Ernährung zu, da sie in der Lage sind, aus Sonnenlicht Energie zu gewinnen. Seiner Vorstellung nach gelangt diese gebundene Sonnenenergie dann über die Nahrung in den menschlichen Organismus. Er sprach daher von „Sonnenlichtnahrung“, die vor allem roh (Frischkost, Rohkost) genossen einen hohen Stellenwert für die Gesundheit des Menschen habe. Gekochtes Obst, Gemüse oder Getreide hielt er für weniger wertvoll. Auch andere, stark bearbeitete oder veränderte Lebensmittel wie z. B. Konserven lehnte er ab. Tierische Produkte wie Milch, Butter, Käse und Eier sind in Maßen erlaubt, auf Fleisch oder Wurstwaren sollte hingegen verzichtet werden.Neben dem bekannten, nach ihm benannten Bircher-Müsli (i. d. R. aus geschrotetem Weizen, Haferflocken, Nüssen, Äpfeln oder verschiedenen Beeren, Milch, Honig und Zitronensaft) umfasst die Bircher-Benner-Kost heute vor allem viel pflanzliche Frischkost (rohes Gemüse, Obst oder Salat), schonend gegarte Pflanzenkost (Getreide und Gemüse) sowie in Maßen Milch, Butter, Käse und Eier - alles nach Möglichkeit aus kontrolliert biologischem Anbau.

Wie lange die Ernährung auf die Bircher-Benner-Kost umgestellt wird, ist individuell unterschiedlich. Eine kurzfristige Umstellung im Sinne einer Kur ist ebenso möglich wie eine lebenslange.

Anwendungsbeispiele (alphabetisch)

Die Bircher-Benner-Kost ist als vollwertiges Ernährungskonzept grundsätzlich geeignet, verschiedensten Erkrankungen vorzubeugen und die Gesundheit des Körpers positiv zu beeinflussen. Sinnvoll einzusetzen ist sie auch bei bereits bestehenden Erkrankungen wie

  • Allergien
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Gebissverfall / Parodontose
  • Gefäßerkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Kopfschmerz und Migräne
  • Leber- und Gallenwegserkrankungen
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Mangelnde Infektabwehr
  • Schwäche und Rekonvaleszenz
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Gicht
  • Tumorerkrankungen
Gegenanzeigen/Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Risiken

Ob die Bircher-Benner-Kost für Sie sinnvoll ist, klären Sie bitte mit Ihrem Heilpraktiker.

Er informiert Sie ausführlich auch zu eventuellen Risiken und Nebenwirkungen.

Kosten
In der Regel wird eine Ernährungsberatung nach Bircher-Benner im Rahmen einer Untersuchung und Behandlung angeboten und nach Aufwand abgerechnet. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Heilpraktiker, er kann Sie im Vorfeld über die entstehenden Kosten informieren.

Abrechnung
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Autoren, Redaktion und Beratung
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Elvira Bierbach, Heilpraktikerin; Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch:
Dipl. oec.troph. Dagmar Wolf, Heilpraktikerin
Wilhelm-Haverkamp-Str. 21
48308 Senden
dagmar.wolf-naturheilpraxis@web.de

Weiterführende Literatur

  • Bircher-Benner, M.: Ordnungsgesetze des Lebens. Bircher-Benner Verlag, Friedrichsdorf 2014
  • Bruker, Dr. med. M. O.: Unsere Nahrung - Unser Schicksal, 45. Aufl.,
    emu Verlags GmbH, Lahnstein 2011
  • Engelbrecht, T., Köhnlein, Dr. med., C.; Pandit, I. M.; Sacher, J.:
    Die Zukunft der Krebsmedizin. Natura Viva Verlags GmbH, Weil der Stadt 2010
  • Junge, D.: Bircher-Benner-Kochbuch. Das führende Kochbuch für gesunde Ernährung. Bircher-Benner Verlag, Friedrichsdorf 2007

Informationen zu wissenschaftlichen Studien und anderen Quellen z. B. unter

  • Eppinger, Prof. Dr. med., H.: Über Rohkostbehandlung, i. Wiener Klin. Wschr. 5/26, 1938, und id.: Die Permeabilitäts-Pathologie als Lehre vom Krankheitsbeginn (posthum, 756 S., Springer Verlag, Wien 1949
  • Justus-Liebig-Universität: Die Gießener Rohkoststudie von 1995 einer Arbeitsgruppe, siehe www.uni-giessen.de/.../forsc_rohkost.php
  • Kempski, Prof. Dr. med., H.W.: Enzymreiche Pflanzenkost gegen Viruserkrankungen. Wendepunkt 49, 539 f. (1972) und 50, 23f. (1973)
  • Kaunitz, Dr. med., H.: Transmineralisation und vegetarische Kost.
    Ergebnis der inneren Medizin und Kinderheilkunde, Bd. 51, 1936

Adressen

Arbeitskreis für Ernährungsforschung e. V.
Niddastraße 14
61118 Bad Vilbel
ak-ernährung@t-online.de
www.ak-ernaehrung.de

Gesellschaft für Gesundheitsberatung (GGB) e.V.
Dr.-Max-Otto-Bruker-Straße 3
56112 Lahnstein/Rhein
info@ggb-lahnstein.de
www.ggb-lahnstein.de

Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V.
Sandusweg 3
D-35435 Wettenberg
info@ugb.de
www.ugb.de

Diese Gesundheitsinformation wurde am 23.08.2016 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.