Augenuntersuchung
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Geschichte und Grundlagen
Iris
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Die Vorstellung, dass sich Krankheiten in den Augen des Erkrankten „spiegeln“, geht bis ins Altertum zurück und war z. B. bereits den Chaldäern von Babylonien (um 1000 v. Chr.) bekannt. 1670 beschrieb dann Phillippus Meyens in der „Physiognomia medica“ eine Organeinteilung der Iris nach Körperregionen, die die Basis der heutigen Iridologie bildet. Der früher benutzte Begriff der Augen- oder Irisdiagnose findet seit den 1980er Jahren keine Verwendung mehr, da man aus den Augen – außer im augenmedizinischen Sinne – keine Diagnose stellen kann.

Die Iridologie ist ein hinweisdiagnostisches Verfahren, dass aus Aussehen und Veränderungen der Iris Erkenntnisse gewinnt, die im Kontext der Patientenbefragung (Anamnese) für bestimmte Rezepturen und weiterführende Maßnahmen wegweisend sein können. Bei der Diagnose können auch zusätzlich die Sklera (Lederhaut), Kornea (Hormhaut), die Lider und Wimpern etc. mit einbezogen.

Grundlage ist die Vorstellung, dass sich der gesamte Organismus mit allen seinen Organen in der Iris widerspiegelt: rechtsseitige Organe im rechten Auge, linksseitige im linken. Die Iris wird dabei wie eine Landkarte in verschiedene Zonen unterteilt, denen die entsprechenden Organe

zugeordnet sind. Iriszeichen (Lakunen, Defektzeichen, Pigmente etc.) geben Auskunft über genetische Veranlagungen und erworbene Belastungen. In die Diagnose fließen außerdem die Bestimmung der Konstitution (erbliche Veranlagung), der Disposition (Neigung, gewisse Krankheiten zu entwickeln) und die Diathese (Neigung zu gewissen krankhaften Reaktionen) des Patienten ein.

In der Naturheilpraxis wird dabei besonders geschätzt, dass die Regenbogenhaut (Iris) durch die darüber liegende glasklare Hornhaut eingesehen werden kann. Nur hier besteht die einzigartige Gelegenheit, direkt in das Gewebe zu sehen und die Struktur der Zwischenzellräume (Pischinger Raum) zu betrachten.

Die Iridologie ist ein von der Schulmedizin nicht anerkanntes Verfahren. Dennoch werden auch in der Schulmedizin aus Veränderungen am Auge Rückschlüsse auf eine zugrunde liegende Erkrankung gezogen (z. B. Arcus lipoides im Zusammenhang mit Fettstoffwechselstörungen). Heilpraktiker und Patienten berichten außerdem übereinstimmend von guten Erfahrungen mit dieser Diagnosemöglichkeit.

Die Untersuchung
Bei der Irisdiagnose wird das Auge mittels einer Lupe oder durch ein spezielles Irismikroskop betrachtet und evtl. auch fotografiert. Die Untersuchung ist schmerzlos, die Gabe von Augentropfen o. ä. ist nicht erforderlich.

Möglichkeiten und Grenzen der Irisdiagnose

Die Iridologie ist eine Hinweisdiagnostik, die sehr gut geeignet ist, Hinweise auf eine bestimmte Krankheitsveranlagung oder die Gesamtkonstitution (körperliche und seelische Widerstandskraft) eines Menschen zu geben. So ist es möglich, Erkrankungen vorzubeugen und auf mögliche Krankheitsentwicklungen frühzeitig Einfluss zu nehmen. Vor allem können so Therapiekonzepte entwickelt werden, die den individuellen organischen Schwächen und Stärken angepasst sind und die persönliche Reaktions- und Heilungsfähigkeit des Patienten berücksichtigen. Somit ist die Iridologie ein

wertvolles Instrument, um individuell das bestmögliche Arzneimittel bzw. den wirkungsvollsten Therapieansatz zu bestimmen.

Als alleinige Diagnostik ist die Iridologie nicht geeignet, die erhaltenen Hinweise bedürfen evtl. einer weiteren, auch schulmedizinischen, Abklärung. Eine akute Erkrankung ist mit Hilfe der Irisdiagnostik nicht zweifelsfrei zu diagnostizieren.

Kosten
In der Regel wird die Irisdiagnose im Rahmen einer Untersuchung und Beratung nach Aufwand abgerechnet. Werden Fotos (auf Wunsch des Patienten) oder Auswertungen per Computer hinzugezogen, kommen geringe Kosten hinzu. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Heilpraktiker, er kann Sie im Vorfeld über die entstehenden Kosten informieren.

Abrechnung
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Autoren, Redaktion und Beratung
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Elvira Bierbach, Heilpraktikerin; Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch:
Michael Herzog
Wilhelm-Haverkamp-Str. 21
48308 Senden
michael.herzog@hufelandschule.de
www.hufelandschule.de

Weiterführende Literatur

  • Angerer, J.: Handbuch der Augendiagnose. 5. Aufl., Verlag Tibor Marcell, München 1984
  • Broy, J.: Repertorium der Irisdiagnose. 4. Aufl., Foitzick Verlag, München 2008
  • Lindemann, G.: Augendiagnostik. 3. Aufl., Pflaum, München 1997

Adressen

Felke Institut e. K.
Postfach 100
70829 Gerlingen
info@felke-institut.de
www.felke-institut.de

Uslarer Kreis zur Förderung der Augendiagnose e. V.
Geschäftsstelle
Neuenkamp 2
24589 Schülp
uslarer-kreis@gmx.de
www.uslarer-kreis.de

Diese Gesundheitsinformation wurde am 20.06.2016 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.