Bauchschmerzen
© absolutimages / Fotolia.com
Definition und Ursachen
Jogurt
© Sea Wave / Fotolia.com

Die Laktoseintoleranz ist eine relativ häufige Erkrankung. Sie wird oftmals verwechselt mit einer Milchunverträglichkeit, bei der das Immunsystem wie bei einer Allergie Antikörper gegen Milcheiweiße bildet. Bei der Laktoseintoleranz hingegen ist das Immunsystem nicht beteiligt. Vielmehr wird hier ein Bestandteil der Milch, die Laktose (Milchzucker), nicht vertragen. Ursache für die Laktose-Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) ist die unzureichende Produktion oder das Fehlen des Verdauungsenzyms Laktase (s. u.). Laktase wird benötigt, um Milchzucker in seine Einzelbestandteile Glukose und Galaktose spalten zu können.
Nur in Glukose und Galaktose gespalten, kann der Milchzucker (Laktose) ins Blut aufgenommen werden. Andernfalls dient der ungespaltene Milchzucker zahlreichen Bakterien als Nahrung. Sie verstoffwechseln den Zucker, lassen Säuren und Gase entstehen und regen die Darmtätigkeit an, was wiederum u. a. zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall führen kann.

Die Laktose-Intoleranz kann selten angeboren (kongenitaler Laktase-Mangel) oder vorübergehend (sekundärer Laktase-Mangel, siehe dazu auch Ernährung bei Gluten-Unverträglichkeit) sein. Ursache eines vorübergehenden Laktase-Mangels können z. B. Darmerkrankungen oder bestimmte Arzneimittel sein. Diese Form klingt ab, sobald der sie auslösende Faktor beseitigt ist.

Wie schwer eine Laktose-Unverträglichkeit ausgeprägt ist, wie schwer also die auftretenden Symptome sind, ist individuell unterschiedlich und hängt u. a. vor allem auch davon ab, ob das laktosespaltende (milchzuckerspaltende) Enzym Laktase noch in Restmengen vorhanden ist oder gar nicht mehr produziert wird.

Konzept und Dauer
Bei einer Laktose-Unverträglichkeit müssen alle Lebensmittel, die von Natur aus oder durch Zusätze Laktose enthalten, gemieden werden. Bei einer nur schwach ausgeprägten Laktose-Unverträglichkeit werden jedoch häufig gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, saure Sahne) noch gut vertragen.

Neben Milch- und Milchprodukten kann Laktose auch „versteckt“ in Brot, Fertiggerichten, Kuchen, Medikamenten, Süßigkeiten oder Zahnpasta vorkommen. (Fragen Sie im Zweifelsfall nach und achten Sie bei verpackter Ware auf Bezeichnungen wie Laktose, Milchzucker, Milchpulver, Molkenpulver, Magermilchpulver, Molke oder Molkenerzeugnisse). Mittlerweile gibt es im Lebensmittelhandel laktosefreie Milch und eine Vielzahl ihrer Produkte. Bei diesen ist die Laktose bereits gespalten, der Körper benötigt keine „eigene“ Laktase. Auch Soja- und Reismilch sowie deren Produkte können problemlos gegessen werden. Von Natur aus laktosefrei und i. d. R. problemlos zu vertragen sind Lebensmittel wie Eier, Fisch, Fleisch, Gemüse, Getreide, Honig, Marmelade, Nudeln, Nüsse, Obst u. v. m.

Die Dauer einer laktosefreien Ernährung hängt mit der Form der zu Grunde liegenden Laktose-Unverträglichkeit zusammen (s. o.) und kann sowohl zeitlich begrenzt als auch lebenslang sein. Für „Ausnahmesituationen“ wie Feierlichkeiten oder auf Reisen kann Ihnen Ihr Heilpraktiker auch Laktase-Tabletten verordnen. Als Dauertherapie ist eine Tabletteneinnahme jedoch nicht empfehlenswert.

Hinweis: 75% der laktoseintoleranten Menschen haben auch eine Fruktoseintoleranz. Hier müssen Obst und Zuckeraustauschstoffe gemieden werden. Ihr Heilpraktiker berät Sie auch dazu gern.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Laktoseintoleranz kann ein Atemtest oder ein oraler Milchzuckerbelastungstest durchgeführt werden, bei dem der Anstieg des Wasserstoff-Gehalts in der Atemluft bzw. des Blutzuckers Aufschluss über

das Vorhandensein eines Laktase-Mangels gibt. Genetische Tests stehen ebenfalls zur Verfügung.

Mögliche Symptome einer Laktose-Intoleranz (alphabetisch)

Bei einer Laktose-Unverträglichkeit kann es nach dem Genuss laktosehaltiger Lebensmittel (s. o.) zu Beschwerden kommen wie z. B.:

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
Gegenanzeigen/Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Risiken

Ob Sie an einer Laktose-Unverträglichkeit leiden, muss zunächst diagnostisch abgeklärt werden (s. o.) Sprechen Sie darüber mit Ihrem Heilpraktiker, er berät Sie gerne und verweist Sie ggf. weiter.

Sofern bei der laktosefreien Ernährung auf Ausgewogenheit und Vitalstoffgehalt der Lebensmittel geachtet wird, besteht keine Gefahr einer Unterversorgung.

Kosten
Die Kosten der Beratung und Behandlung sind individuell unterschiedlich.
Sprechen Sie darüber schon im Vorfeld mit Ihrem Heilpraktiker, er informiert und berät Sie gern.

Geld
© Gina Sanders / Fotolia.com

Autoren, Redaktion und Beratung
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Elvira Bierbach, Heilpraktikerin; Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch:
Christiane Pies, Dipl. Biologin (Mikrobiologie)
Kieler Str. 71
24340 Eckernförde
info@hauss.de
www.hauss.de

Weiterführende Literatur

  • Kamp, A., Schäfer, C.: Köstlich essen: Fruktose, Laktose und Sorbit vermeiden. 2. Aufl., Trias, MVS Medizinverlage, Stuttgart 2015
  • Paas, D.: Das Laktose-Intoleranz Buch. Mondstein und Vannerdat, Münster 2007
  • Schleip, T.: Laktose-Intoleranz: Wenn Milchzucker krank macht. 7. Aufl., Trias, MVS Medizinverlage, Stuttgart 2010

Informationen zu wissenschaftlichen Studien und anderen Quellen z. B. unter

  • Högenauer, C., Hammer, H. F., Mellitzer, K., Renner, W., Krejs, G. J., Toplak, H.: Evaluation of a new DANN test compared with the lactose hydrogen test fort he diagnosis of lactase non-persistence, Eur. J. Gastoenterol. Hepatol. Mar 17 (3), 371 – 376, 2005
  • Ledochowski, M. Bair, H. Fuchs, D.: Laktoseintoleranz. J. Ernährungsmedizin, 1, 7-14, 2003

Adressen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
webmaster@dge.de
www.dge.de

Deutsche Zöliakie Gesellschaft e. V.
Kupferstr. 36
70565 Stuttgart
info@dzg-online.de
www.dzg-online.de

Diese Gesundheitsinformation wurde am 21.06.2016 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.