Meridiane
© rrrob / Fotolia.com
Konzept und Wirkung
Akupunkturnadeln
© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein seit über 2000 Jahren bewährtes Behandlungssystem. Es umfasst verschiedene diagnostische und therapeutische Maßnahmen, die sich gegenseitig ergänzen und als die fünf Säulen der chinesischen Medizin bezeichnet werden. Dazu zählen:

  • Akupunktur und Moxibustion
    Bestimmte, genau definierte Punkte auf der Körperoberfläche werden entlang der Meridiane stimuliert. Meridiane sind Leitbahnen, in denen das Qi (s. u.) und das Blut fließen. Bei der Akupunktur erfolgt diese Stimulation über die Nadelung auch in der Tiefe befindlicher Punkte, bei der Moxibustion über die oberflächliche Erwärmung z. B. mit Beifußkerzen.
  • Heilkräutertherapie und Arzneimitteltherapie
    Verwendet werden vorwiegend pflanzliche und mineralische, aber auch tierische Substanzen. Da die chinesische Medizin davon ausgeht, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, werden die meisten Heilmittel als individuell zusammen gestellte Rezepturen (z. B. als Tee) verabreicht.
  • Tuina-Massage
    Eine Kombination aus muskulärer Massage, chiropraktischer Manipulation, Gelenkmobilisation und Akupressur entlang der Meridiane, des Muskelverlaufs oder den Akupunkturpunkten.
  • Taiji und Qigong
    Langsame und fließende Bewegungsübungen mit meditativen Elementen und Atemkoordinationsübungen zur Harmonisierung der Lebensenergie.
  • Ernährung nach der traditionellen chinesischen Medizin (Ernährung nach den fünf Elementen)
    Auch Lebensmitteln wird, ähnlich wie Arzneimitteln, eine bestimmte energetische Heilwirkung zugeschrieben und die Ernährung danach abgestimmt.

Grundlagen

Das Qi

Als Qi wird die Kraft oder fließende Lebensenergie des Körpers bezeichnet. Qi ist im Körper überall dort, wo etwas gewärmt, gewandelt oder genährt wird. Das Qi fließt in Meridianen des Körpers. Auf diesen „gedachten Körperlinien“ finden sich über 360 Therapiepunkte, die z. B. bei der Akupunktur stimuliert werden. Damit das Qi in den Meridianen harmonisch fließen kann, bedarf es des Gleichgewichts der gegensätzlichen Prinzipien Yin und Yang. Wird deren Harmonie durch störende Einflüsse beeinträchtigt und der Fluss des Qi behindert, entstehen Krankheiten.

Yin und Yang

Yin und Yang sind gegensätzliche Prinzipien, die sich aber keineswegs gegenseitig ausschließen, sondern einander ergänzen und bedingen. Yin steht dabei u. a. für das ruhende und bewahrende, das dunkle und kühle Prinzip, das Weibliche, die Nacht und den Mond. Yang ist der Bereich der Aktivität, das Helle und Warme, das Männliche, der Tag und die Sonne zugeordnet. Nur wenn beide Prinzipien im Gleichgewicht sind, bilden sie ein harmonisches Spannungsfeld, in dem die Lebensenergie des Menschen, sein Qi, ungehindert fließen kann.

Die fünf Wandlungsphasen

Die fünf Wandlungsphasen werden auch die fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) genannt. Sie bilden einen Kreislauf, vergleichbar dem der Jahreszeiten mit Frühling, Frühsommer, Spätsommer, Herbst und Winter. Jede/s Wandlung/Element geht aus dem vorherigen hervor und in die/das nächste über. Es kontrolliert das nächste und schützt es so vor Übermaß. Gleichzeitig wird es selber vom vorangehenden kontrolliert. Die Wandlungen umfassen entstehende, wachsende, umwandelnde, aufnehmende und bewahrende Prinzipien.

Auch der menschliche Organismus wird als ein Zusammenwirken von fünf Organen bzw. Organbereichen begriffen - die Leber, das Herz, die Milz, die Lunge und die Niere. Jedes Organ hat seinen besonderen Bezug zu einem der fünf Elemente und einer der fünf Jahreszeiten.

Diagnostik

In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat die detaillierte Inspektion des Patienten (Gesichtsfarbe, Körperhaltung, Stimme etc.) große Bedeutung. In einem ausführlichen Gespräch wird außerdem das Gesamtbefinden des Patienten in allen Facetten erfragt und berücksichtigt. Spezielle diagnostische Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin sind die Puls- und Zungendiagnose. Bei der Zungendiagnose weisen Farbe, Belag, Struktur und Beschaffenheit der Zunge auf eine bestimmte Erkrankung hin. Bei der Pulsdiagnose liefern die Frequenz, Stärke oder der Rhythmus des Pulsschlages wichtige diagnostische Hinweise.

Kosten
Die Kosten einer Behandlung gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin richten sich nach Art, Dauer und Häufigkeit der gewählten Therapie.
Sprechen Sie darüber mit Ihrem Heilpraktiker - er berät Sie gerne.

Abrechnung
© carballo / Fotolia.com

Autoren, Redaktion und Beratung
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Elvira Bierbach, Heilpraktikerin; Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch
Dr. med. Harald Kämper
Pfarrer-Wilhelm-Schmitz-Str. 1a
46282  Dorsten
dr.kaemper@arcor.de

Weiterführende Literatur

  • Beinfield, H., Korngold, E.: Traditionelle Chinesische Medizin. Grundlagen – Typenlehre – Therapie. dtv, München 2005
  • Chaling, H.: Leitfaden Tuina.
    3. Aufl., Elsevier, Urban & Fischer, München 2013
  • Focks, C.; Hillenbrand, N.: Leitfaden Chinesische Medizin.
    6. Aufl., Elsevier, Urban & Fischer, München 2010
  • Hecker, H.-U., Peuker, E., Steveling, A.: Handbuch Traditionelle Chinesische Medizin. Umfassend und praxisnah: Akupunktur, Akupressur, 5-Elemente-Ernährung, Kräuter-Therapie, Moxibustion, Qi Gong, Tuina. Anaconda 2012

Informationen zu wissenschaftlichen Studien und anderen Quellen z. B. unter

Adressen

Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur
und Traditionelle Chinesische Medizin e. V.
Wisbacherstraße 1
83435 Bad Reichenhall
www.agtcm.de
sekretariat@agtcm.de

Arbeitskreis TCM im BDH
Südstr. 12c
48231 Warendorf
tcm@bdh-online.de

Diese Gesundheitsinformation wurde am 27.06.2016 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.