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Konzept und Wirkung
Rauch
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Die Moxibustion (auch: Moxa-Therapie, Moxa oder Moxen) ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einem seit über 2000 Jahren bewährtem Behandlungssystem. Moxibustion ist eine aus den kälteren Bergregionen Nordchinas stammende Therapieform. Sie dient dazu – den Prinzipien der TCM folgend – mögliche, vorher genau diagnostizierte energetische Leere- und Kältezustände des Körpers zu behandeln.

Dazu werden bestimmte, exakt definierte Punkte auf der Körperoberfläche entlang der Meridiane (Leitbahnen, in denen die Lebensenergie Qi fließt) durch Erwärmen stimuliert. Das Erwärmen erfolgt über das Abbrennen von kleinen Mengen Moxakraut. Dies ist getrockneter Beifuß (Artemisia vulgaris), eine Heil- und Gewürzpflanze, die langsam und gleichmäßig abbrennt und eine besonders milde und tiefenwirksame Wärme erzeugt.

Anwendung
Während man in China und Japan Moxakegel direkt auf die Haut aufsetzt (direkte Moxibustion) und die dabei entstehenden Blasen als Teil der Therapie sieht, wird in Europa v. a. die schonendere, indirekte Moxibustion angewandt, von der es verschiedene Formen gibt:

  • Moxa-Kasten
    Moxakraut wird in einem Holz- oder Metallkästchen mit siebartigem Boden abgebrannt und einige Zentimeter über die zu behandelnden Hautareale gehalten. Diese Methode eignet sich besonders für großflächige Wärmebehandlungen z. B. im Bauch- oder Lendenwirbelbereich.
  • Moxa-Kegel mit „Zwischenlage“
    Zwischen Haut und brennendem Moxa-Kegel werden z. B. Salz, Knoblauch- oder Ingwerscheiben gelegt, um eine Blasenbildung zu vermeiden. Genutzt wird auch die spezifische Wirkung der „Zwischensubstanz“, so wirkt z. B. Ingwer besonders stark wärmend. Sobald der Patient ein Hitzegefühl spürt, wird der Kegel zum nächsten Behandlungspunkt verschoben.
  • Moxa-Nadeln
    An das Ende kleiner, stählener Akupunkturnadeln werden Moxakraut-Röllchen (Moxawolle) befestigt und abgebrannt. Die dabei entstehende Wärme wird über die Nadel in das Innere des Körpers geleitet.
  • Moxa-Pflaster
    Pflaster, die mit Heilkräutern (v. a. Beifuß) beschichtet sind, werden an bestimmten Punkten aufgeklebt und erzeugen dort Wärme. Da die Pflaster einfach zu handhaben sind, eignen sie sich auch für die Selbstbehandlung.
  • Moxa-Zigarren
    Das – wie eine Zigarre in dünnes Papier gerollte – Moxakraut wird entzündet und für ca. 30-40 Sekunden 1-2 cm über die Haut gehalten. Je nach Reaktion des Patienten kann der Abstand verringert oder vergrößert werden. In der Regel werden die Punkte mehrfach und so lange behandelt, bis die Stellen sichtbar durchblutet sind oder der Patient die intensive Wärmewirkung spürt.

Der chinesischen Vorstellung nach vertreibt die von außen zugeführte Wärme die energetische Nässe und Kälte, fördert den Qi-Fluss und stärkt das Yang (Yang steht für Körperwärme und Körperkraft). Moxibustion wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht nur zur Behandlung bestehender Erkrankungen angewendet, sondern besonders auch zur Vorbeugung. Nach westlicher Vorstellung verbessert die Moxibustion die Durchblutung des Gewebes, regt den Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem und wirkt vegetativ ausgleichend. Basis jeder Moxibustionsbehandlung ist immer eine ausführliche und individuelle TCM-Diagnose.

Anwendungsbeispiele (alphabetisch)
  • Asthma (chronisch)
  • Bronchitis (chronisch)
  • Depressiver Verstimmung
  • Durchfall (chronisch)
  • Durchblutungsstörungen
  • Erschöpfungszuständen (seelisch und körperlich)
  • Hypotonie (niedrigem Blutdruck)
  • Ischialgien (Ischiasschmerzen)
  • Menstruationsbeschwerden
  • Mittelohrentzündung (chronisch)
  • Muskelverspannungen
  • Nebenhöhlenentzündung (chronisch)
  • Ödemen (Wassereinlagerungen)
  • Rückenleiden
  • Schmerzzuständen (chronisch)
Gegenanzeigen/Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Risiken

Moxibustion darf nicht im Gesicht, am Kopf oder in der Nähe von Schleimhäuten angewendet werden. Als Gegenanzeigen gelten Fieber, Infektionskrankheiten und akute Entzündungen sowie die Behandlung von Kindern. Während der Schwangerschaft sollte eine Moxibustionsbehandlung ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Heilpraktiker durchgeführt werden, da die Moxibustion zwar für manche Anwendungsgebiete besonders geeignet ist (z. B. die Drehung des Kindes in die Kopflage zwischen der 32. und 37. Woche), aber auch spezielle Kontraindikationen bestehen.

Bei nicht sachgemäßer Anwendung kann es zu Verbrennungen mit Blasen- bzw. Narbenbildung kommen. Deshalb ist es wichtig, die Behandlung von einem erfahrenen Heilpraktiker durchführen zu lassen.

Der beim Abbrennen des Moxakrauts entstehende Rauch und Geruch wird von einigen Patienten als unangenehm empfunden, u. U. sollte dann auf eine andere Form der Wärmebehandlung zurückgegriffen werden.

Kosten
Die Kosten sind abhängig von Dauer und Aufwand, i. d. R. betragen sie ca. 15-30 EUR pro Behandlung. Sprechen Sie am besten schon im Vorfeld mit Ihrem Heilpraktiker, er informiert und berät Sie gerne.

Geld
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Autoren, Redaktion und Beratung
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Elvira Bierbach, Heilpraktikerin; Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch:
Dr. med. Harald Kämper
Pfarrer-Wilhelm-Schmitz-Str. 1a
46282  Dorsten
dr.kaemper@arcor.de

Weiterführende Literatur

  • Hecker, H.-U., Peuker, E., Steveling, A.: Handbuch Traditionelle Chinesische Medizin. Umfassend und praxisnah: Akupunktur, Akupressur, 5-Elemente-Ernährung, Kräuter-Therapie, Moxibustion, Qi Gong, Tuina. Anaconda Verlag, Köln 2012
  • Höting, H.: Die Moxa-Therapie. Wärmeakupunktur – eine klassische chinesische Heilmethode. 6. Aufl., Trias, MVS Medizinverlage, Stuttgart 2010

Informationen zu wissenschaftlichen Studien und anderen Quellen z. B. unter

Adressen

Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur
und Traditionelle Chinesische Medizin e. V.
Wisbacherstraße 1
83435 Bad Reichenhall
www.agtcm.de
sekretariat@agtcm.de

Arbeitskreis TCM im BDH
Südstr. 12c
48231 Warendorf
tcm@bdh-online.de

Diese Gesundheitsinformation wurde am 21.06.2016 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.