„COPD“ (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

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In der letzten Zeit fällt Sven der tägliche Gang zum Bäcker immer schwerer. Mehrmals musste er schon auf der Bank im Park eine Pause einlegen, weil er das Gefühl hatte, nicht mehr genug Luft zu kriegen. Richtig kurzatmig ist er geworden. Dabei hat er das Rauchen doch schon vor Jahren aufgegeben, weil seine Frau sich wegen des ständigen morgendlichen Hustens solche Sorgen gemacht hat. Jetzt möchte er eigentlich sein Rentendasein aktiv genießen. Ob das jahrelange Rauchen wohl doch Schäden hinterlassen hat? Ob wohl mit seiner Lunge was nicht stimmt?

Was ist eine COPD?

Atemnot, Husten und Auswurf können Zeichen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sein. Das Kürzel COPD steht für den englischen Begriff "chronic obstructive pulmonary disease" (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). "Obstruktiv" bedeutet, dass die Krankheit mit einer Verengung der Atemwege einhergeht, „chronisch“, dass die Veränderungen der Lunge dauerhaft/ fortschreitend sind. COPD ist ein Sammelbegriff, unter dem die beiden Krankheitsbilder "Chronisch obstruktive Bronchitis" (dauerhafte Entzündung und Verengung der Bronchien) und "Lungenemphysem" (krankhafte Überblähung der Lunge) zusammengefasst werden, da die Übergänge zwischen ihnen oft fließend sind.

Nach den Richtlinien der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) wird die COPD in vier Schweregrade unterteilt. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend:

Erstes Anzeichen der Erkrankung ist häufig morgendlicher Husten, der mit fortschreitender Erkrankung immer hartnäckiger und von Auswurf begleitet wird.

Atemnot macht sich im frühen Stadium der Erkrankung meist nur bei körperlicher Belastung (z. B. beim Treppensteigen) bemerkbar. Später sind die Betroffenen dann bereits in Ruhe kurzatmig. Hinzukommen können Geräusche beim Ausatmen und das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen.

Die COPD ist zwar zunächst eine Erkrankung der Atmungsorgane, doch vor allem im fortgeschrittenen Stadium werden auch andere Organsysteme, v. a. das Herz in Mitleidenschaft gezogen (sog. Cor pulmonale). Die Prognose und der Verlauf der Erkrankung sind individuell sehr unterschiedlich und hängen davon ab, wie stark die Erkrankung ausgeprägt ist und wie sich die Betroffenen verhalten (s.u.).

Ursachen

Als wichtigste Ursache der COPD gilt eine lang anhaltende Schadstoffbelastung der Lunge – etwa durch jahrelanges Einatmen schädlicher Stoffe. Dementsprechend gilt Rauchen als der größte Risikofaktor. Es wird z.Zt. davon ausgegangen, dass etwa jede*r zweite langjährig Rauchende eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung entwickelt. Dabei gilt: Je mehr geraucht wird, desto höher ist das Erkrankungsrisiko. Auch Passivrauchen scheint mit einem erhöhten Risiko einherzugehen.

Seltener sind Stäube wie sie bei bestimmten Berufsgruppen (z.B. „Bergmannsbronchitis“ als anerkannte Berufskrankheit) vorkommen oder schädliche Dämpfe und Gase Ursache der COPD. Ein weiterer Risikofaktor ist die genetische Veranlagung, so gehen z. B. Erbkrankheiten wie der alpha-1-Antitrypsinmangel mit einem sehr starken Risiko für COPD einher.

Weltweit ist COPD derzeit die vierthäufigste Todesursache, hinter der koronaren Herzkrankheit (KHK), Schlaganfällen und Lungeninfektionen. Es erkranken mehr Männer als Frauen, doch die Zahlen nähern sich an.

Konventionelle Behandlung

Um die COPD von anderen Atemwegserkrankungen (wie z.B. Tuberkulose) abgrenzen zu können, ist eine genaue Diagnostik wichtig. Sie wird in der Regel mittels Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie), Röntgen, Bronchoskopie (Untersuchung mittels einer Sonde (Bronchoskop) über Nase oder Mund), Labordiagnostik u. a. gestellt.

Die COPD sollte dringend mit Medikamenten behandelt werden. Welche Medikamente am besten geeignet sind, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Im Anfangsstadium der COPD reicht es oft, nur bei akuter Atemnot ein geeignetes Mittel einzunehmen. Häufigere und stärkere Beschwerden erfordern hingegen eine Dauermedikation – im fortgeschrittenen Stadium oft mit einer Kombination aus mehreren Medikamenten. Eingesetzt werden als Tabletten, Sprays o. ä. unter anderem Bronchodilatatoren (Mittel, die die Bronchien weiten), Kortison, Schleimlöser, Hustenstiller oder bei Komplikationen z. B. Antibiotika (Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen).

Für Menschen mit COPD kann es darüber hinaus sinnvoll sein, die Grippeschutzimpfung (jährlich) und die Pneumokokken-Schutzimpfung wahrzunehmen.

Eine Heilung der COPD ist bisher nicht möglich, da sich die bereits bestehenden Schäden an Bronchien und Lunge nicht mehr vollständig rückgängig machen lassen.

Was können Heilpraktiker für Sie tun?

Ziel der naturheilkundlichen und der komplementären Medizin ist die langfristige Begleitung der schulmedizinischen Therapie, um die Beschwerden zu lindern, das Fortschreiten der Lungenerkrankung zu verringern, die Lungenfunktion und damit die körperliche Belastbarkeit sowie den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern oder zu erhalten und Komplikationen vorzubeugen. Da die Prognose und der Verlauf der Erkrankung individuell sehr unterschiedlich sind, nimmt sich Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker Zeit, um Ihr persönliches Behandlungskonzept auf ganzheitlicher Basis zu entwickeln.

Im Mittelpunkt hierbei stehen neben der Begleitung auch die Verbesserung bzw. der Erhalt der Lebensqualität und die Motivation zu einer der Erkrankung angepassten Lebensweise. So kann Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker Sie dabei unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören. Erfolgversprechend eingesetzt werden können hierbei z.B. die medizinische Heilhypnose, die Akupunktur (auch Ohrakupunktur) oder andere Verfahren. Osteopathisch könnten bei Atembeschwerden die Funktion des Zwerchfells, der Bauchorgane und die Wirbelsäule / Rückenmuskulatur geprüft und mögliche Probleme in diesen Bereichen behandelt werden. Eine Fußreflexzonentherapie wirkt oftmals ausgleichend und entspannend.

Aromatherapie
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Auch das Aufspüren und die Behandlung von eventuellen „Störfeldern“ (z.B. chronisch infizierte Zähne oder Nasennebenhöhlen) führen oftmals zu einer Verbesserung. Auch wenn die Erkrankung bei Ihnen bereits fortgeschritten ist, kann es sinnvoll sein, über eine allgemeine Kräftigung des Organismus mit Hilfe der Ernährungstherapie nachzudenken. Oder aus der Aroma- oder Phytotherapie zu schleimlösenden, beruhigenden oder stärkenden Mitteln zu greifen – immer in Abhängigkeit von Ihrem individuellen Erkrankungsbild.

Deshalb stehen alle o. g. therapeutischen Möglichkeiten nur beispielhaft und keineswegs erschöpfend für die vielen Möglichkeiten, die Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker zur Verfügung stehen. Die verschiedenen Therapieverfahren stehen entweder als in sich geschlossene Behandlungssysteme wie z.B. in der Traditionellen Chinesischen Medizin   oder als Kombinationen einzelner Verfahren zur Verfügung. In Frage kommen z.B.  (alphabetisch):

Wenn Sie häufig unter einer COPD leiden, sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker –  sie beraten Sie gerne. Sollten Sie sich besonders für bestimmte Therapien interessieren, hilft Ihnen die BDH-Therapeutensuche dabei, eine Praxis in Ihrer Nähe zu finden.

Was können Sie selber tun?

Mann lehnt das Angebot einer Zigarette ab
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Als allererstes: Raucher sollten mit dem Rauchen aufhören. Sofort. Tabakrauch, auch Passivrauchen, schädigt die Lunge immer weiter. Darum lohnt es sich in jeden Fall aufzuhören – egal, wie lange Sie schon rauchen und in welchem Krankheitsstadium Sie sind! Außerdem gilt es, Luftschadstoffe wie Stickoxide, Stäube, Gase oder Dieselruß so weit möglich zu vermeiden.

Bleiben Sie trotz möglicher Einschränkungen in Absprache mit Ihrem Behandler in körperlich aktiv, z.B durch maßvolles körperliches Training in einer Lungensportgruppe. Auch Atemgymnastik oder Sprechübungen können

das Atmen verbessern und sinnvoll sein. Achten Sie auf ein gesundes Gewicht – sowohl Unter- als auch Übergewicht belasten den Körper zusätzlich.

Beugen Sie unbedingt Infekten der Atemwege vor. Zur Abhärtung eignen sich Wechselduschen, Trockenbürstenmassagen oder Saunabesuche. Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft, aber kleiden Sie sich der Witterung entsprechend. Auch regelmäßiges Händewaschen kann Infektionen vermeiden. In der Erkältungszeit kann es besser sein, Menschenansammlungen zu vermeiden, da hier ein besonders hohes Infektionsrisiko lauert.

Entspannung am Meer
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Hilfreich ist evtl. auch der Kontakt zu anderen Betroffenen. Informationen finden Sie z. B. unter https://www.copd-deutschland.de

Autoren und Redaktion
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch
Anita Sprenger-Witte, Heilpraktikerin
Franz-Claas-Straße 6a
33428 Harsewinkel
Tel. 05247 - 40 64 07

Diese Gesundheitsinformation wurde am 25.09.2019 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.