„Bluthochdruck“ (Hypertonie)

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Eigentlich fühlt Rainer sich gesund und fit. Na gut, bei Anstrengungen schwitzt er in letzter Zeit etwas schneller. Und ab und zu reagiert er auf Stress mit Kopfschmerzen und Herzrasen… Das hat er bisher aber nicht weiter ernst genommen, niemand wird jünger, da ist das doch ganz normal. Doch jetzt ist bei der letzten Untersuchung sein Blutdruck bei 160/100 gewesen – eindeutig zu hoch. Und deshalb soll er jetzt anfangen, regelmäßig Sport zu treiben, seine Ernährung umstellen und ein paar Kilos abnehmen. Aber muss das wirklich unbedingt sein?

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck bedeutet einen über einen längeren Zeitraum erhöhten Druck des Blutes in den Arterien. Dieser Druck ist v. a. abhängig von der Kraft, mit der das Herz das Blut pumpt und vom Widerstand der Gefäßwände. Auch wenn die meisten Betroffenen mit Bluthochdruck zunächst keine oder nur wenige, vermeintlich harmlose, Beschwerden haben – Bluthochdruck ist eine schleichende Gefahr für Ihre Gesundheit. Gerade dass er häufig lange Zeit unerkannt und deshalb unbehandelt bleibt, macht ihn so gefährlich.

Der ständig zu hohe Druck belastet auf Dauer die Gefäße, schädigt das Herz und andere lebenswichtige Organe. Es kommt zu Schäden und Ablagerungen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose). Deshalb gilt Bluthochdruck als Wegbereiter für eine Vielzahl  von teilweise lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber auch Nierenversagen und Sehbehinderungen (Retinopathie), die bis hin zu einer möglichen Erblindung gehen auf das Konto des erhöhten Blutdrucks. Lassen Sie es nicht so weit kommen!

Ursachen

In mehr als 90% der Fälle ist die Ursache für den Bluthochdruck nicht eindeutig zu bestimmen. Dieser „primär“ oder „essentiell“ genannte Bluthochdruck ist „einfach so da“. Nur in etwa 10% der Fälle liegt eine andere Erkrankung zu Grunde (sekundäre Hypertonie). Das kann z. B. eine Erkrankung der Nieren, der Nebennieren oder der Schilddrüse sein.

Auch bestimmte Medikamente wie z. B. Glukokortikoide (Steroidhormone aus der Nebennierenrinde) kommen als Ursache in Frage. In diesen Fällen muss zunächst die auslösende, ursächliche Erkrankung

behandelt werden, dann normalisiert sich häufig auch der Blutdruck wieder.

Für alle anderen Betroffenen gilt: Der Lebensführung kommt bei der Behandlung des essentiellen Bluthochdrucks eine besondere Bedeutung zu. Neben einer möglichen familiären Veranlagung sind es v. a. Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel, zu viel Salz, sehr viel Lakritz sowie Alkohol, Stress und seelische Belastungen, die den gefährlichen Bluthochdruck begünstigen – und die verändert werden können.

Konventionelle Behandlung

Bei den sekundären (s. o.) Hypertonieformen wird, soweit möglich, die Grunderkrankung behandelt. Bei der essentiellen Hypertonie wird die Mehrzahl der Betroffenen, abhängig vom Schweregrad der Hypertonie, medikamentös behandelt. Die fünf häufigsten Wirkstoffklassen sind ß-Blocker (beeinflussen die Wirkung von Stresshormonen im Körper), Diuretika (harntreibende Arzneimittel), Kalziumantagonisten (gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Arzneimittel) ACE-Hemmer (den Gefäßwiderstand mindernde Arzneimittel), Sartane (verhindern einen Blutdruckanstieg), in manchen  Fällen auch eine Kombination verschiedener Präparate. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle von Herz, Augen und Nieren, um mögliche Komplikationen auszuschließen.

Was können Heilpraktiker für Sie tun?

Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker wird in der Regel die medikamentöse schulmedizinische Therapie unterstützen und durch naturheilkundliche Verfahren und Medikamenten ergänzen. Bei schwerer Hypertonie kann die schulmedizinische Medikation im besten Fall verringert werden, eine milde Hypertonie oder die Grenzwerthypertonie sprechen gut auf eine naturheilkundliche Behandlung an. Je nach Ihren persönlichen Voraussetzungen und Wünschen wird Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker eine Ab- und Ausleitungstherapie in Betracht ziehen. Aderlass, Schröpfen oder der Einsatz von Blutegeln sind wichtige naturheilkundliche Verfahren zur Senkung des Drucks in den Blutgefäßen.

Sinnvoll kann u. U. auch eine Therapie zur Entlastung der Leber oder zur Entsäuerung des Körpers sein. Hierfür eignen sich z. B. der Einsatz der Biochemie nach Schüssler oder Mittel aus der Homöopathie oder Spagyrik. Ab- und ausleitende Verfahren wie z.B. das Schröpfen können die allgemeine Durchblutung verbessern und so den Druck mindern. Auch mittels der Ernährungstherapie kann in vielen Fällen positiv Einfluss genommen werden. Wichtig ist es, von ein paar vermeintlich „liebgewonnenen Gewohnheiten“ wie dem Rauchen oder Fast Food (zu viel Salz und „schlechte“ Fette) Abstand zu nehmen. Gerade wenn Sie erst geringe Symptome und Einschränkungen verspüren, ist es wichtig, dabei jemanden an Ihrer Seite zu haben, der Sie immer wieder motiviert und die Entwicklung in die richtige, gesunde Richtung im Auge behält. So kann Sie z.B. Ihr*e Heilpraktiker*in dabei unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören, z.B. mit Hilfe von Ohrakupunktur, Heilhypnose oder anderen Verfahren.

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Neben möglichen körperlichen Ursachen wird Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker aber auch den seelischen Aspekten eines Bluthochdrucks Aufmerksamkeit schenken. Innere und äußere Konflikte können bei der Entstehung der Erkrankung ebenfalls eine Rolle spielen. Der tägliche „Überlebenskampf“, Leistungsdruck, Aggressionen, Schuldgefühle – all das kann ebenfalls den Blutdruck in die Höhe treiben und sollte mit bedacht werden. In diesen Fällen kann z. B. eine aromatherapeutische Begleitbehandlung je nach Stimmungslage z.B. mit Baldrian, Rose, Kamille oder Bergamotte ausgleichend und entspannend wirken.

Alle diese Möglichkeiten stehen hier jedoch nur beispielhaft für die vielen Methoden, die Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker zur Verfügung stehen. Die richtige Auswahl ist ein individueller Prozess, der Sie als Person mit Ihren persönlichen Voraussetzungen und Wünschen in die Therapie mit einbezieht. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz sieht den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele. Alle diese seine Teile sind miteinander verbunden, stehen miteinander in Kommunikation und wollen im Sinne einer umfassenden Behandlung gesehen werden.

Dafür bieten die Naturheilkunde und die komplementäre Medizin über die bereits genannten Verfahren hinaus weitere an, die auch in Kombination miteinander hilfreich sein können. So z. B. (alphabetisch):

Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden, sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker – sie beraten Sie gerne. Sollten Sie sich besonders für bestimmte Therapien interessieren, hilft Ihnen die BDH-Therapeutensuche dabei, eine Praxis in Ihrer Nähe zu finden.

Was können Sie selber tun?

Mann lehnt das Angebot einer Zigarette ab
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Eine ganze Menge! Beginnen Sie damit, auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten. Jetzt! Bewegen Sie sich in Ihrem Alltag so oft wie möglich und regelmäßig. Nehmen Sie z. B. die Treppe statt des Aufzugs, fahren Sie nach Möglichkeit mit dem Rad zur Arbeit oder steigen Sie eine Station eher aus dem Bus.

Zusätzlich können Sie sich auch eine Sportart suchen, die zu Ihnen passt und Ihnen Spaß macht und regelmäßig trainieren. Nicht Hochleistungen sind hier gefragt, sondern Geduld und Ausdauer!

Achten Sie zudem auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch, Fett und Salz. Greifen Sie lieber zu frischen, saisonalen

Gemüsen, zu Kräutern und (in Maßen) hoch-wertigen Ölen wie Oliven- oder Leinöl. Der Abbau evtl. vorhandenen Übergewichts bringt oft erstaunliche Erfolge!

Versuchen Sie möglichst, „Hochdrucksituationen“, Stress und psychische Belastungen zu vermeiden. Hier können Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder auch Mediation, Yoga, Qi Gong oder Tai Qi. helfen.

Viele von Bluthochdruck Betroffene nutzen die einfach zu bedienenden elektrischen Messgeräten zur Blutdruckselbstkontrolle. Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker zeigt Ihnen auch gerne den richtigen Umgang damit.

Fischmahlzeit
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Autoren und Redaktion
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch
Anita Sprenger-Witte, Heilpraktikerin
Franz-Claas-Straße 6a
33428 Harsewinkel
Tel. 05247 - 40 64 07

Diese Gesundheitsinformation wurde am 30.08.2019 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.