„Diabetes mellitus"

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Heute ist Mareike schon wieder so müde. Irgendwie lustlos und matt. Dabei hat sie eigentlich genug geschlafen und müsste viel fitter sein. Aber in letzter Zeit fällt ihr alles viel schwerer als sonst. Und sie hat auch häufiger Durst. Woher das wohl kommt?

Was ist Diabetes mellitus?

Als Diabetes mellitus wird eine Gruppe chronischer Stoffwechselerkrankungen bezeichnet, deren gemeinsames Kennzeichen eine Erhöhung der Glukose im Blut (Hyperglykämie) ist. Diesen können sehr unterschiedliche Entstehungsweisen zugrunde liegen, deshalb werden sie in 4 Gruppen (Diabetes mellitus Typ 1 bis 4) eingeteilt. Die beiden wichtigsten, mit Abstand am häufigsten vorkommenden Vertreter der Gruppe sind Diabetes mellitus Typ 1 und Typ  2.

Diabetes mellitus wird umgangssprachlich auch „Zuckerkrankheit“ genannt, da der Kohlehydratstoffwechsel (Kohlehydrate bestehen aus Zuckermolekülen) des Körpers chronisch gestört ist. Um die in der Nahrung enthaltene Glukose (Traubenzucker) als Energielieferant in die Zellen schleusen zu können, braucht der Körper das Hormon Insulin. Es wird in den sogenannten Beta-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse produziert. Diabetes mellitus entsteht, wenn diese Produktion gestört ist und/oder eine verminderte Reaktionsfähigkeit des Körpers auf das Insulin vorliegt. Beides führt zu erhöhten Glukosewerten im Blut.

Die beiden häufigsten Formen des Diabetes (mellitus) sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes. Der Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch Autoantikörper des körpereigenen Abwehrsystems zerstört werden. Als Folge produziert der Körper kein Insulin mehr. Es kommt zu einem „absoluten“ Insulinmangel.

Menschen mit einem Typ-1-Diabetes müssen daher ein Leben lang i.d.R. mehrfach am Tag Insulin spritzen und die Insulindosis immer wieder anpassen, um den Glukosespiegel im Blut im „gesunden“ Bereich zu halten. Diese Diabetesform entwickelt sich häufig schon im Kindes-, Jungend- oder jungen Erwachsenenalter und betrifft ca. 10% der Diabetiker in Deutschland.

Beim Typ-2-Diabetes hingegen ist die körpereigene Insulinproduktion zunächst erhalten, jedoch reagieren die Zielzellen (also die Zellen, in die die Glukose eingeschleust werden soll) nicht mehr so empfindlich auf das Insulin (Insulinresistenz). Der Typ-2-Diabetes ist hierzulande mit ca. 90% der Fälle die häufigste Diabetes-Form.

Neben diesen beiden gibt es auch Sonderformen wie den LADA-Diabetes oder den MODY-Diabetes, Diabetes bedingt durch andere Grunderkrankungen (z.B. bei anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, durch Medikamente (z.B. Glukokortikoide) oder den Gestationsdiabetes (meistens als Typ 4 bezeichnet), bei dem sich im Laufe der Schwangerschaft eine (häufig vorrübergehende) diabetische Stoffwechsellage entwickelt.

Weitere Informationen zu den beiden wichtigsten Diabetesformen finden Sie verlinkt unter Typ-1-Diabetes und Typ-2- Diabetes.

Ursachen

Ursache des Typ-1-Diabetes ist ein absoluter Insulinmangel (s.o.) infolge einer Autoimmunerkrankung, die die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.

Beim Typ-2-Diabetes liegen ein relativer Insulinmangel und eine Insulinresistenz der

Zellen miteinander gekoppelt vor. Ein metabolisches Syndrom, Übergewicht, eine genetische Veranlagung, Stress, bestimmte Medikamente oder eine Schwangerschaft können die Entwicklung des Typ-2-Diabetes begünstigen.

Diagnose

Ein einfacher Bluttest auf Glukose gibt einen Hinweis darauf, ob bei entsprechenden Symptomen tatsächlich ein Diabetes mellitus vorliegt (näheres zu den Symptomen finden Sie unter Diabetes-Typ-1 und Diabetes-Typ-2). Bei einem Typ-1-Diabetes sind zudem ggf. spezielle Antikörper im Blut nachweisbar. Ab einem Blutzuckerspiegel von etwa 180mg/dl (Erwachsene) wird Glukose auch über die Nieren ausgeschieden – dann sind erhöhte Glukosewerte im Urin durch einen Urin-Streifen-Schnelltest nachweisbar. Das hat dem Diabetes mellitus auch seinen Namen gegeben (D.m. = „honigsüßer Durchfluss“).

Was können Heilpraktiker für Sie tun?

Für die (Mit-)Behandlung von Diabetes bieten die Naturheilkunde und die komplementäre Medizin viele Verfahren an, die auch in Kombination miteinander hilfreich sein können. Die Auswahl ist jedoch abhängig vom Diabetestyp und den persönlichen Voraussetzungen. Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker wird Sie deshalb zunächst ausführlich beraten.

Therapiegespräch
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Zum Einsatz kommen können dann z.B. folgende Verfahren (alphabetisch):

Wenn Sie unter Diabetes mellitus leiden, sprechen Sie mit Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker –  sie nehmen sich für Sie Zeit. Sollten Sie sich besonders für bestimmte Therapien interessieren, hilft Ihnen die BDH-Therapeutensuche dabei, eine Praxis in Ihrer Nähe zu finden.

Was können Sie selber tun?

Viele Informationen hierzu finden Sie unter Diabetes-Typ-1 und Diabetes-Typ-2.

Autoren und Redaktion
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch
Anita Sprenger-Witte, Heilpraktikerin
Franz-Claas-Straße 6a
33428 Harsewinkel
Tel. 05247 - 40 64 07

Diese Gesundheitsinformation wurde am 12.02.2021 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.