„Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten"

Junge Frau leidet unter Magen-Darmschmerzen
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Immer öfter quälen Annika Magen-Darm-Probleme. So allmählich hat sie gar keine richtige Lust mehr aufs Essen. Ob sie wohl unter einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit leidet? Aber unter welcher?

Was sind Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten?

Die Begriffe Nahrungsmittel-/Lebensmittel-Unverträglichkeit und Nahrungsmittel-Intoleranz werden umgangssprachlich häufig gleichbedeutend verwendet, um auszudrücken, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel nach dem Verzehr nicht gut vertragen werden kann und Beschwerden hervorruft. Diesen Beschwerden zugrunde liegen aber (neben einer Vielzahl möglicher anderer Erkrankungen) ganz unterschiedliche Mechanismen:

Lebensmittel-Allergien
bezeichnen eine immunologische (Abwehr-) Reaktion des Körpers: Das körpereigene Immunsystem reagiert überempfindlich oft schon auf kleinste Mengen eigentlich „harmloser“ Inhaltsstoffe (meist, aber nicht ausschließlich, auf Nahrungsmittelproteine) bestimmter Lebensmittel. Die allergischen Reaktionen (z.B. Rötungen, Schwellungen, Kreislauf- und Magen-Darmprobleme, Luftnot) treten dann meistens schon innerhalb kürzester Zeit nach dem Kontakt mit dem Allergen auf und können u.U. lebensbedrohlich sein (allergischer Schock). Dazu zählen z.B. (alphabetisch):

  • Milch-Allergie
  • Nahrungsmittel-Allergien, diverse (z.B. auf Nüsse, Weizen, Hühnereiweiß, Schalentiere, Fisch, Senf, Sellerie, Soja, Konservierungs- oder Zusatzstoffe etc.
  • u.a. (Grundsätzlich kann hypothetisch jedes (meist eiweißhaltige) Nahrungsmittel eine Allergie auslösen)

Nicht-allergische Lebensmittel-Unverträglichkeiten, -Sensitivitäten oder -Intoleranzen
sind eine Reaktion des Körpers auf ein Lebensmittel, bei dem ein Nahrungsbestandteil nicht richtig verdaut oder aufgenommen werden kann.

Die Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, auch allergieähnliche Symptome sind möglich) treten meist nicht unmittelbar nach dem Essen auf, sondern oft erst nach einigen Stunden oder sogar Tagen nach dem Verzehr.

Eine solche Intoleranz kann von Geburt an vorliegen oder im Laufe des Lebens entstehen.

Zu den nicht-allergischen Lebensmittelunverträglichkeiten gehören z.B. (alphabetisch)

Ursachen

Weder die Ursachen für Lebensmittel-Allergien noch für nicht-allergische Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder -Intoleranzen sind komplett bekannt. Ausnahme ist die hereditäre  Fructose-/Laktose-Intoleranz, bei der ein Gendefekt als Ursache vorliegt.

Es wird von einem Zusammentreffen verschiedener ursächlicher und auslösender Faktoren ausgegangen. Eine familiäre Veranlagung könnte bei Allergien und bei nicht allergischen Verläufen eine Rolle spielen. Für eine erbliche Komponente spricht, dass ein allgemein geringes Allergierisiko besteht, wenn keines der beiden Elternteile eine Allergie aufweist, ein hohes, wenn beide Eltern unter Allergien leiden.

Auch Umweltfaktoren wie das Klima, ein erhöhter Kontakt zu der allergieauslösenden Substanz, „zu wenig“ Infekte in der frühen Kindheit und ein (zu) hoher Hygienestandard können eine gewisse Wirkung haben, weil dadurch das Immunsystem nicht ausreichend trainiert werden kann.

Als Ursache für nicht-allergische Lebensmittel-Unverträglichkeiten, -Sensitivitäten bzw. -Intoleranzen können ein Mangel oder ein Defekt von körpereigenen Enzymen, Autoimmunprozesse o.a. eine Rolle spielen.

Neben anderen in Frage kommenden Aspekten (z.B. Stress) können diese aber auch unklar bleiben.

Diagnose

Die Diagnoseverfahren von Allergien und nichtallergischen Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder -Intoleranzen sind unterschiedlich. Bei einer vermuteten Lebensmittel-Allergie können diverse Labortests oder ein Allergietest, bei manchen Unverträglichkeiten, z.B. der Fructose-Unverträglichkeit/Malabsorbtion, auch ein spezieller Atemtest durchgeführt werden.

Bei dem Verdacht auf eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit muss das die Beschwerden auslösende Lebensmittel identifiziert werden. Dabei kann z.B. auch eine zunächst testweise durchgeführte Ausschlussdiät oder das Führen eines Ernährungstagebuches helfen.

Was können Heilpraktiker für Sie tun?

Für die Behandlung von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten bieten die Naturheilkunde und die komplementäre Medizin viele Verfahren an, die auch in Kombination miteinander hilfreich sein können. Die Auswahl ist jedoch ein ganz individualisierter Prozess.

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Je nachdem wie Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker arbeitet, können dabei z.B. folgende Verfahren (alphabetisch), auch in Kombination miteinander, zum Einsatz kommen:

Wenn Sie unter einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit leiden, sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker –  sie beraten Sie gerne. Sollten Sie sich besonders für bestimmte Therapien interessieren, hilft Ihnen die BDH-Therapeutensuche dabei, eine Praxis in Ihrer Nähe zu finden.

Was können Sie selber tun?

Informationen dazu finden Sie verlinkt unter den einzelnen Erkrankungen/Beschwerdebildern.

Autoren und Redaktion
Autorin: Kirsten Buschmann, Heilpraktikerin
Redaktion: Ulrich Sümper, Heilpraktiker

Beratung durch
Anita Sprenger-Witte, Heilpraktikerin
Franz-Claas-Straße 6a
33428 Harsewinkel
Tel. 05247 - 40 64 07

Diese Gesundheitsinformation wurde am 28.09.2020 erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.